Zahlensender auf Kurzwelle: Geheimkommunikation bis heute

Warum Geheimdienste weiterhin auf eine Technik aus dem Kalten Krieg setzen
Eine monotone Stimme liest Zahlenreihen vor – stundenlang und für jedermann mit einem Kurzwellenempfänger hörbar. Was wie ein Relikt aus dem Kalten Krieg wirkt, ist bis heute aktuell: Sogenannte Zahlensender dienen mutmasslich weiterhin der Kommunikation zwischen Geheimdiensten und ihren Agenten im Ausland.
Wie ein aktuelles Video zeigt, wurden im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg persische Zahlenfolgen über Kurzwelle ausgestrahlt. Die Botschaften sind öffentlich empfangbar, ihr Inhalt bleibt ohne den passenden Schlüssel jedoch geheim.
Das Sicherheitsprinzip beruht häufig auf dem One-Time-Pad (OTP). Dabei wird die Nachricht mit einer zufälligen Zahlenfolge verschlüsselt, die nur einmal verwendet werden darf. Bei korrekter Anwendung bietet dieses Verfahren mathematisch beweisbare Sicherheit – auch gegenüber leistungsfähigen Computern.
Ein weiterer entscheidender Vorteil: Der Empfang hinterlässt keine digitalen Spuren. Anders als bei Smartphones oder Messengern lässt sich ein Radioempfänger nicht ohne Weiteres orten. Zwar kann der Standort eines Senders durch Peilung eingegrenzt werden, der Empfänger bleibt dabei aber grundsätzlich unentdeckt.
Historische Fälle zeigen, dass diese Methode tatsächlich von Spionen genutzt wurde. Trotz moderner Kommunikationsmittel bleibt die Kurzwelle deshalb für die geheime Nachrichtenübermittlung attraktiv.
Fazit: Eine einfache Technik mit grosser Reichweite, hoher Abhörsicherheit und minimalen Spuren – Zahlensender sind auch im Zeitalter von Satellitenkommunikation und künstlicher Intelligenz noch nicht überholt.
Siehe dazu auch der Beitrag vom 1. Januar 2026