Interessantes aus Sisseln
Einige Gegenstände, die mir in Sisseln begegnet sind, haben mein Interesse geweckt, weshalb ich dazu etwas recherchiert habe.
Eine kleine aber schwere Metallbox mit der Aufschrift TELEGRAPH SET TG-5-B.

Erst beim Öffnen kommt der Inhalt dieses Schmuckstückes zu tage.

Gut sichtbar eine Morsetaste welche fix montiert ist.

Gut durchdacht die Verdrahtung und der mechanische Aufbau. Rechts unten ist die Kopfhörerbuchse zu sehen.
Das Gerät mit der Bezeichnung TELEGRAPH SET TG-5-B ist ein tragbares militärisches Feldtelegrafengerät der US-Armee aus dem Zweiten Weltkrieg. Es wurde zur Übermittlung von Nachrichten in Morsecode über Drahtleitungen eingesetzt.

Das Schema zeigt uns die Funktion des Gerätes.
BK7-B ist ein elektromagnetisches Relais mit dem die schwachen Signale in Schaltimpulse umgewandelt wurden. Besonders am BK-7-B war die einstellbare Empfindlichkeit. Vorne am Relais befindet sich ein Hebel mit der Beschriftung „ADJUST“. Damit konnte der Soldat die Federkraft und somit die Ansprechschwelle des Relais an unterschiedliche Leitungsbedingungen anpassen – etwa bei langen, feuchten oder schlecht isolierten Feldleitungen.
Das Läutwerk im TELEGRAPH SET TG-5-B diente als akustisches Rufsignal. Es wurde verwendet, um den Empfänger aufmerksam zu machen, bevor eigentliche Morsezeichen übertragen wurden. Sie war nur aktiv, wenn kein Kopfhörer eingesteckt war.
Für den Betrieb wurden folgende Batterien benötigt:
2x BA-30 (2x 1.5V für den Summer und lokale Schaltung
1x BA-2 (22.5V Line Battery) für die Übertragung über lange Kabelstecken.
Nach etwas suchen habe ich auch die Bedienungsanleitung gefunden. https://patcosta.com/wp-content/uploads/2024/09/TM-11-351-Telegraph-Sets-TG-5-TG-5-A-and-TG-5-B-June-1945.pdf
Dann entdeckte ich einen Sender und Empfänger mit der Aufschrift
Radio Transmitter Part of Radio Receiver and Transmitter BC 654-A Made By The Crosley Corporation Cincinnati Ohio

Der „Radio Transmitter Part of Radio Receiver and Transmitter BC-654-A“ der Crosley Corporation war ein militärisches Kurzwellen-Funkgerät der US Army aus dem Zweiten Weltkrieg und gehörte zum Funkset SCR-284. Es arbeitete im Frequenzbereich von 3,8 bis 5,8 MHz und konnte sowohl Sprache (AM) als auch Morsecode (CW) übertragen. Das robuste Gerät wurde mobil in Jeeps oder tragbar im Feldeinsatz verwendet und spielte unter anderem bei der Landung in Nordafrika und der Normandie eine wichtige Rolle. Heute ist der BC-654-A besonders bei Funkamateuren und Militärfunk-Sammlern beliebt, da er sich noch immer auf den Amateurfunkbändern betreiben und restaurieren lässt.
Quelle: https://www.radiomilitari.com/bc654.html
Das Technical Manual for Radio Set SCR-284-A (BC-654-A) habe ich im Internet gefunden unter folgendem Link https://www.radiomanual.info/schemi/Surplus_NATO/SCR-284A_serv_user_TM11-275_1945.pdf
Sender (BC-654-A)
Der Sender arbeitet im Kurzwellenbereich von etwa 3,8 bis 5,8 MHz und kann entweder AM-Sprache oder CW (Morse) übertragen. Ein quarzloser Oszillator erzeugt das HF-Signal, das über abgestimmte Kreise frequenzbestimmt wird und anschließend in einer Endstufe verstärkt wird. Bei AM-Betrieb moduliert ein Audioverstärker das HF-Signal über eine Röhren-Modulationsstufe mit Sprache. Die Ausgangsleistung liegt je nach Betrieb bei ungefähr 15–20 W und wird über eine abstimmbare Pi-Filter-Ausgangsstufe an die Antenne angepasst.
Empfänger (Teil des SCR-284)
Der Empfänger ist ein Superhet mit abstimmbarer HF-Vorstufe und einer festen Zwischenfrequenz (IF), der das eingehende Signal selektiv verstärkt und demoduliert. Er kann sowohl AM-Signale als auch CW-Signale aufnehmen, wobei bei CW ein Beat-Oszillator (BFO) zugeschaltet wird, um den Ton hörbar zu machen. Die Abstimmung erfolgt mechanisch gekoppelt mit dem Sender, sodass Frequenzwechsel im ganzen System synchron erfolgen. Der Empfang erfolgt über Kopfhörer, typisch für den feldtauglichen Betrieb ohne Lautsprecher.
Der Lautsprecher LS-3 der oben auf dem Gerät stand gehört nicht direkt zur BC-654-A Standartausrüstung. Der LS-3 ist ein militärischer externer Lautsprecher (Signal Corps Loudspeaker), der typischerweise an verschiedene US-Empfänger angeschlossen wurde (z. B. BC-312 receiver oder BC-348 receiver).
Der BC-654-A wurde primer im Kopfhörerbetrieb ausgelegt. Im Feld wurde fast immer mit Headset gearbeitet.
Weiter entdeckte ich ein Radio Receiver an Transmitter BC-611-C.

Dieses Gerät ist ein sehr kompaktes, tragbares UKW-/Kurzwellen-Handfunkgerät der US-Armee aus dem Zweiten Weltkrieg.
Es arbeitet als einfacher AM-Sprechfunk-Transceiver im Bereich von ca. 3,5 bis 6 MHz und nutzt eine feste, kristallbestimmte Frequenz, wodurch jeweils nur ein Kanal betrieben werden kann.
Das Gerät ist komplett in einem handlichen Gehäuse mit integrierter Stabantenne, Batterie und Sprechgarnitur aufgebaut und wird durch Herausziehen der Antenne ein- und ausgeschaltet.
Aufgrund der geringen Sendeleistung von nur wenigen Milliwatt ist die Reichweite stark begrenzt (typisch einige hundert Meter bis etwa 1–2 km), weshalb es hauptsächlich für kurze taktische Kommunikation im Infanterieeinsatz genutzt wurde.
Das Manual dazu habe ich hier gefunden. https://www.radiomanual.info/schemi/Surplus_NATO/SCR-536A_C_serv_user_TM11-235_1943.pdf
Und wieder eine kleine Box mit der Aufschrift Signal Corps Antenna A-23 (Phantom)

Diese Box ist eine künstliche Antenne (Dummy Load), die das elektrische Verhalten einer echten Feldantenne simuliert, ohne dabei Funkwellen abzustrahlen. Sie wurde verwendet, um Funkgeräte im Test- und Wartungsbetrieb sicher abzugleichen, ohne den Funkverkehr zu stören.
Und hier noch die letzte meiner Entdeckungsreise ein US Army RT-70/ GRC Transceiver mit AM-65/GRC Amplifier

Kurz und praxisnah für Funkamateure:
Der RT-70/GRC ist ein robuster VHF-FM Fahrzeug-Transceiver (ca. 47–58 MHz) aus den 1950er Jahren, der für einfache taktische Sprachverbindungen in Militärfahrzeugen entwickelt wurde. Er arbeitet mit Röhren, hat typischerweise zwei mechanisch gekoppelten Festfrequenzen und ist für reine FM-Sprachkommunikation im Nahbereich ausgelegt.
Die AM-65/GRC ist die dazugehörige Audio- und Power-Einheit im Fahrzeug, die das RT-70 mit allen nötigen Betriebsspannungen versorgt (inkl. Hochspannung für Röhren über einen Vibrator-Inverter) und gleichzeitig als Intercom- und Audio-Mischverstärker zwischen Funkgerät und Bordsprechstellen dient.
Zusammen bildet das System eine klassische Jeep- oder Fahrzeugfunkanlage, bei der die AM-65 die „Zentrale für Strom und Audio“ ist und der RT-70 der eigentliche Funkkanal für die VHF-Kommunikation.
Das Manual zum RT-70/ GRC https://www.radiomanual.info/schemi/Surplus_NATO/RT-70_serv_user_1950.pdf
Das Manual zum AF Amplifier AM-65 FR/ GRC https://www.radiomanual.info/schemi/Surplus_Accessories/AM-65FR_AF_amplifier_TM11-5039FR_1956.pdf
So dies war mal einen kleinen historischen Abstecher in Kommunikation Geräte welche ich in Sisseln gesehen habe.
Weitere Bilder von der Veranstaltung sind auf meiner Webseite HB9THJ.ch zu finden.
