APRS-Radar mit ESP32-Touchdisplay
Ein kleines, aber ausgesprochen interessantes Selbstbauprojekt für den Amateurfunk: Ein eigenständiges APRS-Radar auf Basis eines 5-Zoll-ESP32-Touchdisplays.
Das Projekt kommt ohne Raspberry Pi und ohne dauerhaft laufenden PC aus. Nach der Einrichtung zeigt das kompakte Display APRS-Stationen in einem frei wählbaren Umkreis an – inklusive Entfernung, Peilrichtung (Azimut), Position, Höhe, Kurs und weiteren Statusinformationen, sofern diese von der jeweiligen Station übertragen werden.
Das Ganze passt in ein kompaktes 3D-gedrucktes Gehäuse und lässt sich beispielsweise auf dem Shack-Tisch aufstellen oder mit einer Powerbank auch portabel betreiben.
Welche Hardware wird benötigt?
Herzstück des Projekts ist ein 5-Zoll-IPS-Touchdisplay mit integriertem ESP32. Verwendet wird das Elecrow CrowPanel ESP32 Display mit einer Auflösung von 800 × 480 Pixeln.
Der ESP32 übernimmt dabei die komplette Verarbeitung. Eine zusätzliche Hardware wie ein Raspberry Pi ist nicht erforderlich. Für die Stromversorgung genügt ein USB-Anschluss.
Das Display bietet darüber hinaus weitere Schnittstellen, die für zukünftige Projekte interessant sein können. Für das APRS-Radar wird jedoch im Wesentlichen die USB-Stromversorgung benötigt.
Was zeigt das APRS-Radar an?
Nach dem Einschalten wird zunächst das WLAN eingerichtet. Anschliessend werden das eigene Rufzeichen, der Locator sowie die genaue geografische Position eingegeben.
Die exakten Koordinaten sind wichtig, damit Entfernung und Richtung zu den empfangenen APRS-Stationen korrekt berechnet werden können.
Danach kann der gewünschte Suchradius ausgewählt werden. Zur Verfügung stehen beispielsweise:
- 5 km
- 10 km
- 25 km
- 50 km
- 100 km
- 150 km
- 200 km
Je grösser der gewählte Bereich, desto mehr APRS-Stationen können natürlich gleichzeitig angezeigt werden.
Die gefundenen Stationen erscheinen sowohl als Punkte auf einer Radaransicht als auch in einer laufend aktualisierten Liste.
Detailinformationen zu jeder Station
Besonders interessant wird das Projekt, wenn eine APRS-Station auf dem Touchdisplay ausgewählt wird.
Je nachdem, welche Informationen die jeweilige Station über APRS übermittelt, können unter anderem folgende Daten angezeigt werden:
- Rufzeichen
- Entfernung zur eigenen Position
- Richtung bzw. Azimut
- geografische Koordinaten
- Zeitpunkt des letzten Empfangs
- stationär oder mobil
- Fahrtrichtung bei mobilen Stationen
- Höhe über Meer
- Kommentar und Statusinformationen
Damit lässt sich beispielsweise sehr schnell feststellen, wo sich eine Station befindet und in welcher Richtung sie liegt.
Für den Funkbetrieb kann die Richtungsinformation durchaus praktisch sein: Wer beispielsweise eine Richtantenne oder einen Beam ausrichten möchte, erhält direkt einen entsprechenden Azimut als Orientierung.
Automatische Aktualisierung
Die APRS-Daten werden laufend aktualisiert. Stationen, von denen längere Zeit kein Signal mehr empfangen wurde, verschwinden nach einer gewissen Zeit wieder aus der Anzeige.
Dadurch bleibt die Darstellung relativ aktuell, ohne dass der Benutzer ständig manuell aktualisieren muss.
Über die Statusanzeige lässt sich zudem kontrollieren, ob die WLAN- und APRS-Verbindung ordnungsgemäss funktioniert.
Einfacher Nachbau mit Arduino IDE
Ein grosser Pluspunkt des Projekts: Für den Nachbau sind keine umfangreichen Programmierkenntnisse erforderlich.
Der zur Verfügung gestellte Code kann mit der Arduino IDE auf das ESP32-Board übertragen werden. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung erklärt, welche Einstellungen in der Arduino IDE vorgenommen werden müssen und wie der Code auf das Display geflasht wird.
Auch die benötigten Dateien für das 3D-gedruckte Gehäuse stehen kostenlos zur Verfügung.
Damit eignet sich das Projekt nicht nur für erfahrene Bastler, sondern auch für Funkamateure, die einen unkomplizierten Einstieg in die Kombination aus Amateurfunk, APRS, ESP32 und Touchdisplay suchen.
Kompakt und vielseitig einsetzbar
Durch das kleine Gehäuse lässt sich das APRS-Radar sehr flexibel einsetzen. Auf dem Shack-Tisch macht es sich ebenso gut wie bei einem Fieldday oder unterwegs.
Mit einer Powerbank lässt sich das Display auch unabhängig von einer stationären Stromversorgung betreiben.
Und natürlich bietet das verwendete ESP32-Display noch genügend Möglichkeiten für weitere Projekte. Das APRS-Radar kann damit durchaus der erste Baustein für eine ganze Reihe kleiner Amateurfunk-Displays sein.
Alles für den Nachbau
Für das Projekt werden die folgenden Dateien und Informationen kostenlos zur Verfügung gestellt:
- Arduino-Code
- Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Dateien für das 3D-Druck-Gehäuse
- Informationen zum verwendeten ESP32-Display
Verwendete Hardware
Elecrow CrowPanel ESP32 Display, 5 Zoll, 800 × 480 Pixel
Bezugsquelle:
https://tidd.ly/4wKDsGR
Anleitung und Dateien
Schritt-für-Schritt-Anleitung, Arduino-Code und weitere Projektdateien:
https://drive.google.com/drive/folder…
3D-Druck-Gehäuse
Das verwendete Gehäuse ist bei Thingiverse verfügbar:
https://www.thingiverse.com/thing:594
Das APRS-Radar ist ein schönes Beispiel dafür, wie sich mit ESP32, Touchdisplay und etwas Software ein eigenständiges Amateurfunk-Tool realisieren lässt.
Die Hardware bleibt überschaubar, die Kosten sind relativ gering und dank der fertigen Software sowie der Anleitung ist der Nachbau auch für weniger erfahrene Bastler machbar.
Gleichzeitig zeigt das Projekt eindrucksvoll, welche Möglichkeiten moderne Mikrocontroller im Amateurfunk bieten. Wer APRS nutzt und gerne selbst baut, bekommt hier ein interessantes kleines Projekt, das nicht nur praktisch ist, sondern auch optisch einiges hermacht.
Quelle: YouTube https://www.youtube.com/@AfuChris
