Icom IC-7300 vs IC-7300MK2

Zehn Jahre nach der Markteinführung des legendären Icom IC-7300 im Jahr 2015 hat der japanische Hersteller nun die zweite Generation, den IC-7300MK2, vorgestellt. Während das Original 2015 die Amateurfunkwelt mit seiner erschwinglichen SDR-Technologie, dem Touchscreen und dem integrierten Soundcard-Chip revolutionierte, markiert der MK2 eine klare Weiterentwicklung in puncto Konnektivität und Benutzerfreundlichkeit, ohne die bewährte Hardware-Grundlage zu verändern.

Das auffälligste äusserliche Merkmal ist die nahezu identische Bauweise: Beide Geräte haben denselben Formfaktor, wobei das ursprüngliche 7300 sogar geringfügig schwerer ist. Der wesentliche technische Fortschritt liegt jedoch im Display und den Anschlüssen. Der MK2 verzichtet auf das alte TFT-Display und setzt auf ein helleres IPS-Panel mit besserer Farbwiedergabe und grösseren Betrachtungswinkeln. Hinter dem Gerät zeigt sich der echte Mehrwert: Ein HDMI-Anschluss ermöglicht die Spiegelung des Bildschirms auf einen externen Monitor, und der USB-Port wurde auf den moderneren Typ-C-Standard umgestellt.

Für den digitalen Betrieb ist der MK2 deutlich flexibler. Er verfügt nun über zwei virtuelle COM-Ports, was das gleichzeitige Steuern von Logging-Software und die Nutzung verschiedener Digitalmodi (wie FT8 oder PSK31) ohne Konflikte ermöglicht. Ein weiterer entscheidender Pluspunkt ist die neue Ethernet-Schnittstelle. Damit lässt sich das Radio via RSBA1-Software von jedem Ort der Welt fernsteuern, und es wird die parallele Nutzung durch zwei Benutzer unterstützt. Zudem ergänzt ein CWD-Code-Decoder das Funktionspaket, der während des CW-Verkehrs die gesendeten Zeichen direkt im Display anzeigt.

Experten stufen den MK2 als evolutionäre Verbesserung ein. Der Empfangsleistungsunterschied ist für die meisten Operateure vernachlässigbar; wer also bereits ein IC-7300 besitzt und die neuen Features wie HDMI, Remote-Zugriff oder den CWD-Decoder nicht aktiv benötigt, muss nicht zwingend upgraden. Für Neueinsteiger oder diejenigen, die ihre Ausstattung für die nächsten Jahre zukunftssicher gestalten wollen, bietet der MK2 jedoch eine klar überlegene Basis.

Der IC-7300MK2 bestätigt den Ruf von Icom als Hersteller, der auch nach einem Jahrzehnt noch in der Lage ist, ein Erfolgsmodell intelligent weiterzuentwickeln, ohne die bewährte Einfachheit zu opfern.

Quelle: YouTube @DXEngineering