Arte TV: Dezentrale Mesh-Netzwerke im Fokus

Dezentrale Mesh-Netzwerke gewinnen weltweit zunehmend an Bedeutung – sowohl im Amateurfunk als auch darüber hinaus. Sie ermöglichen eine direkte Kommunikation zwischen den einzelnen Knotenpunkten, ohne auf eine zentrale Infrastruktur oder Mobilfunknetze angewiesen zu sein. Gerade in Krisensituationen oder dort, wo Kommunikationsnetze ausfallen oder eingeschränkt werden, können solche Systeme eine wichtige Alternative darstellen.

Ein grosser Teil der heute verbreiteten Mesh-Lösungen basiert auf dem LoRa-(Long Range)-Protokoll, das dank der robusten Chirp-Modulation auch mit sehr geringer Sendeleistung Reichweiten von mehreren Kilometern ermöglicht. Während MeshCom auch auf Amateurfunkfrequenzen betrieben werden kann, nutzen Systeme wie Meshtastic in der Regel die lizenzfreien ISM-Bänder.

Die Arte-Sendung Tracks – Off Grid beleuchtet den weltweiten Einsatz solcher dezentralen Netzwerke. Der Beitrag zeigt, wie Mesh-Technologien in verschiedenen Ländern genutzt werden – als unabhängige Kommunikationsplattform, für lokale Gemeinschaftsnetze oder als Alternative zu kommerziellen Telekommunikationsdiensten.

Besonders eindrücklich sind Beispiele aus Ländern mit eingeschränkter Kommunikationsfreiheit oder Regionen, in denen staatliche Stellen den Zugang zu Mobilfunk- und Internetdiensten kurzfristig blockieren können. Dezentrale Mesh-Netzwerke bieten dort die Möglichkeit, Informationen weiterhin lokal auszutauschen.

Auch nach dem verheerenden Hurrikan Helene im Jahr 2024 spielten funktionierende Mesh-Netzwerke in Teilen des US-Bundesstaates Tennessee eine wichtige Rolle bei der Koordination von Hilfs- und Rettungsmassnahmen. Gleichzeitig zeigt die Dokumentation, dass solche Netze nicht überall willkommen sind – etwa in der Wüste Nevadas, wo einzelne Mesh-Knoten von Behörden entfernt wurden.

Für den Beitrag besuchte das Arte-Team unter anderem Projekte in London, Barcelona und in der Umgebung von Bologna. In Barcelona engagieren sich Aktivisten für das Meshtastic-Netzwerk, während in London der Elektronikingenieur Jack44 Möglichkeiten aufzeigt, wie sich unabhängige Funknetzwerke einfach aufbauen lassen. In der italienischen Region Bologna stellt das Projekt Antennine den Bewohnern über LibreMesh einen gemeinschaftlich betriebenen Internetzugang zur Verfügung. Im Gegensatz zu LoRa-Mesh setzt LibreMesh auf WLAN-Technik und ermöglicht dadurch deutlich höhere Datenraten.

Der sehenswerte Beitrag vermittelt einen spannenden Einblick in die wachsende Bedeutung dezentraler Kommunikationsnetze – sowohl für technikinteressierte Anwender als auch für Funkamateure.

Quellen: DL2MCD ,  FUNKAMATEUR – Arte TV: Dezentrale Mesh-Netzwerke. Der Arte-Beitrag „Tracks – Off Grid“ ist zudem in der ARTE-Mediathek verfügbar.


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