Amateurfunk bleibt unverzichtbar

Amateurfunk bleibt unverzichtbar: ÖVSV-Präsident Michael Kastelic im ORF-Interview

Wenn Mobilfunk- und Datennetze ausfallen, kann Amateurfunk zur entscheidenden Verbindung werden. Im Gespräch mit ORF erläuterte Michael Kastelic (OE1MCU), Präsident des Österreichischen Versuchssenderverbandes (ÖVSV), die Bedeutung des Amateurfunks in Krisensituationen und zeigte auf, weshalb das traditionsreiche Hobby auch im digitalen Zeitalter nichts von seiner Faszination verloren hat.

Kommunikation, wenn nichts mehr geht

Naturkatastrophen, großflächige Stromausfälle oder andere Krisenlagen können moderne Kommunikationsnetze schnell an ihre Grenzen bringen. Genau hier kommt der Amateurfunk ins Spiel. Kastelic betonte, dass Funkamateure in ganz Österreich verteilt sind und im Ernstfall Behörden und Einsatzorganisationen unterstützen können.

Ein bekanntes Beispiel ist die Lawinenkatastrophe von Galtür im Jahr 1999. Damals wurden Kommunikationsverbindungen teilweise zerstört, und ein ortsansässiger Arzt, selbst Funkamateur, koordinierte über Amateurfunk mehrere Tage lang die Kommunikation der Einsatzkräfte.

Der Amateurfunk bietet damit eine unabhängige Kommunikationsmöglichkeit, die selbst mit einfacher Stromversorgung, beispielsweise über Batterien, betrieben werden kann.

100 Jahre Amateurfunk in Österreich

Der ÖVSV blickt auf eine lange Geschichte zurück. Der Verband wurde 1926 gegründet und feiert 2026 sein 100-jähriges Bestehen. Bereits in den frühen 1920er-Jahren gab es erste dokumentierte Funkaktivitäten in Österreich, doch mit der Gründung des Verbands begann der organisierte Amateurfunkbetrieb.

Heute zählt der ÖVSV rund 8’000 Mitglieder und ist die zentrale Interessenvertretung der österreichischen Funkamateure.

Die Faszination der Funkwellen

Trotz Internet, Mobiltelefonie und Satellitenkommunikation begeistert Amateurfunk weiterhin Menschen auf der ganzen Welt. Kastelic erklärt die besondere Faszination so:

«Man spannt einen Draht, schliesst eine Antenne an und kann mit Menschen auf der ganzen Welt kommunizieren.»

Anders als beim Telefon steht nicht eine gezielte Verbindung zu einer bestimmten Person im Vordergrund. Funkamateure knüpfen weltweit Kontakte, tauschen Erfahrungen aus und beschäftigen sich intensiv mit Technik, Wellenausbreitung und Antennenbau.

Besonders faszinierend ist dabei, dass die Verbindungen von natürlichen Einflüssen wie der Sonnenaktivität abhängig sind. Jede erfolgreiche Funkverbindung wird dadurch zu einem kleinen technischen Erfolgserlebnis.

Einstieg in den Amateurfunk

Wer selbst Funkamateur werden möchte, benötigt eine staatliche Amateurfunkprüfung. Der ÖVSV bietet entsprechende Vorbereitungskurse an, in denen die technischen und rechtlichen Grundlagen vermittelt werden.

Der Einstieg muss dabei nicht teuer sein. Bereits mit einfachen Geräten im Bereich von rund 100 Euro lassen sich erste Erfahrungen sammeln. Nach oben sind den Investitionen, wie in vielen technischen Hobbys, kaum Grenzen gesetzt.

Amateurfunk verbindet Generationen

Neben seiner Bedeutung für Notfunk und Krisenvorsorge bleibt Amateurfunk vor allem ein vielseitiges technisches Hobby. Ob Funktechnik, digitale Betriebsarten, Antennenbau, Satellitenfunk oder internationale Freundschaften – das Spektrum ist breit.

Das Interview mit Michael Kastelic zeigt eindrücklich: Auch nach 100 Jahren ist Amateurfunk weit mehr als Nostalgie. Er verbindet Menschen weltweit, fördert technisches Wissen und kann im Ernstfall zu einer unverzichtbaren Kommunikationsressource werden.


Weiterführender Link:
ORF-Interview mit Michael Kastelic, Präsident des Österreichischen Versuchssenderverbandes (ÖVSV) – „Amateurfunk als Kommunikationsmittel in Krisenzeiten“.
ORF.at Video/Audio


Der ÖVSV feiert 2026 sein 100-jähriges Bestehen. Die USKA folgt 2029 mit ihrem eigenen Jahrhundertjubiläum.

Die Frage an die Verantwortlichen der USKA lautet deshalb schon heute: Welche Pläne gibt es für dieses bedeutende Jubiläum?

Ein 100-jähriges Bestehen ist weit mehr als nur ein Vereinsjubiläum. Es bietet die Gelegenheit, die Geschichte des Schweizer Amateurfunks sichtbar zu machen, die Leistungen früherer Generationen zu würdigen und gleichzeitig die Zukunft unseres Hobbys in den Mittelpunkt zu stellen. Die USKA wurde am 4. August 1929 gegründet und wird 2029 auf ein Jahrhundert erfolgreicher Verbandsarbeit zurückblicken können.

Denkbar wären nationale Aktivitätstage, Sonderrufzeichen, Ausstellungen, Publikationen, Jugendprojekte, ein Jubiläums-Hamfest oder gemeinsame Aktionen der Sektionen in allen Landesteilen.

HB9LU ist gespannt: Was hat die USKA für ihr 100-jähriges Jubiläum geplant?