Akku-Zellentausch beim Icom IC-E92D (BP-256)

Der IC-E92D von Icom kam 2007 auf den Markt. Der Dualbander für 2 m und 70 cm beherrscht FM sowie D-STAR, verfügt über eine Sendeleistung von 5 W und erfüllt die Schutzklasse IPX7.

Es war eines der ersten portablen D-STAR-Geräte auf dem europäischen Markt.

Ich trage das Gerät täglich auf meinem etwas mehr als 2 km langen Arbeitsweg. Somit war ich mit dem Funkgerät inzwischen gut 7’600 km unterwegs.

Dass die Akkus des Typs BP-256 nach nunmehr 19 Jahren nicht mehr ihre ursprüngliche Leistung bringen, ist verständlich.

Die Originalakkus sind nicht mehr erhältlich. Es gibt zwar Nachbauakkus, bei denen habe ich jedoch festgestellt, dass sie im Standlader nicht geladen werden.

Also habe ich mich daran gemacht, die Zellen selbst zu ersetzen.


Hinweis!

Für alle, die dies nachmachen möchten: Der Nachbau erfolgt auf eigene Verantwortung!

Mit Li-Ion-Akkus ist nicht zu spassen. Auch ältere Zellen haben oft noch genügend Energie, um einen Brand auszulösen. Eheringe und Li-Ion-Akkus können eine sehr heisse Verbindung eingehen. Deshalb sollte der Ring vorsorglich abgelegt werden.


Gehäuse öffnen

Das Akkugehäuse ist rundum verschweisst und nicht für einen Zellentausch vorgesehen.

Der Deckelrand ist mit einer Gummidichtung versehen. Diese muss bei den folgenden Arbeiten unbedingt geschützt werden.

Als Erstes sägte ich mit einem Proxxon-Schleifer das Gehäuse auf drei Seiten etwa 3 bis 5 mm oberhalb der Gummidichtung auf. Die Seite mit den Anschlüssen zum Funkgerät muss an der Oberseite aufgesägt werden. Dadurch bleiben die Anschlüsse erhalten.

Es darf auf keinen Fall zu tief gesägt werden, da sonst die Ladeschaltung beschädigt wird. Verwende zudem kein Metallsägeblatt, da Kurzschlussgefahr besteht.

Nach dem Öffnen des Gehäuses verbleiben die Akkuzellen zusammen mit der Ladeschaltung im Gehäusedeckel.

Nun müssen sämtliche fünf Akkukontakte, die nach aussen geführt sind, entfernt werden.

Dafür wäre eigentlich ein Dreispitz-Spezialwerkzeug erforderlich. Mit einem stabilen Stechwerkzeug funktioniert es jedoch ebenfalls.

Akkuzellen ausbauen

Jetzt müssen die Akkuzellen aus dem Gehäuse gezogen werden. Am besten erfolgt dies von der Standseite her, sodass die Ladeplatine zuletzt herauskommt.

Sie werden mit einem Doppelkleber festgehalten.

Dabei sollten die seitlichen Verbindungen unbedingt vor Kurzschlüssen geschützt werden.

Anschliessend markierst du mit einem Filzstift die Anschlüsse an den Li-Ion-Zellen:

  • Plus
  • Minus
  • Mittelabgriff

Versuche nun, die punktgeschweissten Verbindungen mit einer feinen Spitzzange von den Zellen zu lösen. Hier besteht die grösste Kurzschlussgefahr.

Bei meinen Akkus hat dies problemlos funktioniert.

Sobald alle Verbindungen entfernt sind, können die Zellen ausgebaut werden.

Die Papierisolierung kann auf den neuen Zellen weiterverwendet werden.

Neue Zellen vorbereiten

Die neuen Zellen vom Typ NCR18500A sind nicht einfach zu beschaffen. Sie sind kürzer als die üblichen 18650-Zellen.

Falls du sie online findest, solltest du vor der Bestellung prüfen, ob der Händler auch in die Schweiz liefert.

Hast du die neuen Zellen zur Hand, positionierst du sie parallel zueinander, sodass auf jeder Seite jeweils ein Plus- und ein Minuspol vorhanden ist.

Fixiere die Zellen zunächst mit etwas Sekundenkleber und zusätzlich mit einem Klebeband.

Achte dabei darauf, dass das Klebeband der Rundung der Zellen folgt. Andernfalls lassen sich die Zellen später nicht mehr ins Gehäuse einsetzen.

Heute verfüge ich über ein Punktschweissgerät, was die Herstellung der Verbindungen erheblich erleichtert.

Früher habe ich die Kontaktflächen mit einem Schleifer angeraut und anschliessend verzinnt.

Zusammenbau

Nun verbindest du die Zellen zu einer Serienschaltung, bringst die Papierisolierungen wieder an und legst das Zellpaket zunächst zur Seite.

Sind alle Kontaktbleche der Ladeschaltung beim Ausbau unbeschädigt geblieben, können diese nun mit einer Flachzange wieder ausgerichtet werden.

Danach baust du die Ladeschaltung ohne Akkus wieder ein und schraubst die Kontaktverschraubungen von aussen fest.

Jetzt legst du die Zellen ins Gehäuse ein und schweissst die Kontakte an die entsprechenden Zellanschlüsse an.

Setze die Schweisspunkte möglichst mittig auf den Kontaktflächen. Werden sie zu weit am Rand gesetzt, kann das Material durchbrennen. Dabei kann sich Material vom Kontaktblech lösen und auf benachbarten Leitern einen Kurzschluss verursachen.

Anschliessend kannst du den Deckel wieder über die Zellen setzen.

Falls gewünscht, kann der Deckel zusätzlich mit etwas Klebstoff fixiert werden. Notwendig ist dies jedoch nicht.

Die Gehäuserückwand des Funkgerätes schliesst den Akku beim Einbau sauber ab und fixiert ihn zuverlässig in seiner Position.

Vy 73 de Beat, HB9THJ