Amateurfunk trifft Astronomie
Ham Radio 2026: Amateurfunk trifft Astronomie – Gespräch mit Emil DL8JJ
Auf der Ham Radio 2026 sprach Kirk mit Emil DL8JJ über seine Leidenschaft für Amateurfunk, Bergexpeditionen und die spannenden Gemeinsamkeiten zwischen Amateurfunk und Astronomie.
Emil ist nicht nur begeisterter Funkamateur, sondern auch geprüfter Bergführer. Auf seinen Touren in entlegene Regionen der Welt nutzt er jede Gelegenheit, um von aussergewöhnlichen Standorten aus Funkbetrieb zu machen. Für ihn gehört Amateurfunk zu jeder Expedition einfach dazu.
Ein Schwerpunkt des Gesprächs war seine portable EME-Station (Earth-Moon-Earth) auf 23 cm. Nach langer Planung entwickelte Emil eine kompakte Lösung für Mondreflexionsfunk, die sich auch auf Expeditionen einsetzen lässt. Dabei stellte sich schnell heraus, dass klassische Amateurfunk-Rotoren für den mobilen Einsatz zu gross und zu schwer sind.
Die Lösung fand er überraschend in der Astronomie: Moderne Teleskop-Montagen sind äusserst präzise, kompakt und ideal geeignet, um eine kleine EME-Antenne exakt auf den Mond nachzuführen. Unterstützung erhielt er dabei von Giovanni aus einem Astronomie-Fachgeschäft, der ihn bei der Auswahl und Erprobung der passenden Montierung tatkräftig unterstützte.
Genau diese Verbindung machte die gemeinsame Durchführung der Ham Radio und der Astro so interessant. Beide Hobbys beschäftigen sich mit anspruchsvoller Technik, präziser Nachführung und dem Blick in den Himmel. Während Astronomen Sterne, Planeten oder die ISS beobachten, richten Funkamateure ihre Antennen auf den Mond oder Satelliten – die technischen Herausforderungen sind erstaunlich ähnlich.
Emil berichtete ausserdem von seiner ersten erfolgreichen EME-Verbindung aus Mosambik. Für ihn ist es bis heute faszinierend, dass ein Funksignal den rund 350.000 Kilometer entfernten Mond erreicht, dort reflektiert wird und nach etwa 2,5 Sekunden wieder auf der Erde empfangen werden kann.
Beide Gesprächspartner sind überzeugt, dass Amateurfunk und Astronomie hervorragend zusammenpassen. Der Austausch zwischen beiden Gemeinschaften eröffnet neue Ideen, fördert technische Innovationen und begeistert Menschen für Wissenschaft und Technik.
Zum Abschluss gab Emil noch einen Ausblick auf seine nächste Reise: Bereits in der folgenden Woche führt ihn eine Expedition nach Grönland. Dort wird er zwar keine offizielle SOTA-Aktivierung durchführen können, da viele Gipfel bislang noch nicht im Programm erfasst sind, seine portable Funkstation wird ihn jedoch auch diesmal begleiten. Gleichzeitig setzt er sich weiterhin dafür ein, dass künftig mehr grönländische Gipfel für SOTA registriert werden können.
Quelle: YouTube F74 Amateurfunk
Wer mehr über Emil und seine Aktivitäten erfahren möchte besuch seine Webseite https://dl8jj.darc.de/
