Podcast «HB9 ruft Bern»

Die Schweizer Amateurfunkvereine warnen vor einer geplanten Requisitionsverordnung des Bundesamts für Bevölkerungsschutz (BABS), die ab dem 1. Juni 2027 in Kraft treten soll. Laut dem aktuellen Entwurf könnte der Bund im Krisenfall auch private Funkgeräte von Funkamateuren einziehen, ohne zwingend das notwendige Fachpersonal zu verpflichten. Präsident Thomas HB9JAT (SZ) und Vize-Präsident Peter HB9CPY (UR) sehen darin eine Gefahr für die Zusammenarbeit mit den Kantonen und haben bereits beim Bundesrat interveniert.

Der Kern der Kritik liegt in der Diskrepanz zwischen der geplanten Einziehung von Hardware und dem Fehlen einer vertraglichen Einbindung der Funkamateure selbst. Die Vereinsvertreter argumentieren, dass die Geräte ohne das spezifische Know-how der Betreiber im Ernstfall nutzlos blieben. Als konstruktiven Gegenvorschlag fordern sie eine Aufwertung des Amateurfunks nach ausländischem Vorbild: Anstatt private Netze zu beschlagnahmen, sollten lizenzierte Funkamateure offiziell in die nationale Krisenkommunikation integriert werden.

Unterstützung für diese Position erhält der Verband durch den Podcast «HB9 ruft Bern», den Mitglied Beat HB9MQB professionell aufgearbeitet hat. In der Sendung wird dargelegt, dass Amateurfunknetze bereits heute in Kantonen wie Uri, Schwyz und Zug zuverlässig mit Behörden zusammenarbeiten. Die zentrale Forderung lautet daher, eine Arbeitsgruppe einzurichten, die eine dauerhafte Partnerschaft zwischen Bund, Kantonen, Blaulichtorganisationen und den Amateurfunkvereinen entwickelt, um die Resilienz der Schweiz zu stärken, statt funktionierende private Infrastrukturen zu gefährden.

HB9CF-2026-06-Podcast-HB9-ruft-Bern

Funkamateure_Staatlicher_Auftrag_Krisenfall_Europa

Quelle: HB9CF


VBS plant Requisition von Funkamateuren und deren Ausrüstung