Bringt die CPU-Abschirmung vom Malahit DSP2 wirklich etwas?

Der Malahit DSP2 erfreut sich bei Funkamateuren und SWL’s grosser Beliebtheit. Doch wie gut ist der portable SDR-Empfänger tatsächlich konstruiert, und bringt eine zusätzliche Abschirmung des Prozessors messbare Vorteile? Ein aktuelles Teardown-Video ging genau diesen Fragen auf den Grund.

Malahit DSP2 im Teardown: Lohnt sich die CPU-Abschirmung?

In einem ausführlichen Zerlegungsvideo wurde der beliebte Malahit DSP2 SDR-Empfänger bis auf die letzte Schraube demontiert und analysiert. Neben einem Blick auf die hochwertige Verarbeitung stand insbesondere eine Hardware-Modifikation im Fokus: die nachträgliche Abschirmung des Hauptprozessors zur Reduzierung von Störsignalen.

Hochwertige Konstruktion im Inneren

Bereits beim Öffnen des Geräts fällt das präzise gefertigte CNC-gefräste Aluminiumgehäuse positiv auf. Im Inneren setzt der DSP2 auf eine durchdachte Drei-Platinen-Architektur:

  • Hauptplatine mit Display und STM32H743-Prozessor
  • Separat abgeschirmtes HF-Board
  • Zusatzplatine für High-Z-Eingang, Vorverstärker und Bias-T-Funktion

Besonders erfreulich: Nahezu alle empfindlichen HF-Bereiche sind durch Metallabschirmungen geschützt. Selbst die Flachbandkabel wurden unter einer Abschirmung verlegt, wodurch potenzielle Störquellen reduziert werden.

Schwachstelle: Der ungeschirmte Prozessor?

Eine Besonderheit fiel allerdings sofort auf: Der zentrale STM32-Prozessor verfügt über keine eigene Abschirmung. Da Anwender bei direktem Betrieb mit der Teleskopantenne gelegentlich Störungen auf Lang- und Mittelwelle beobachten, entstand die Vermutung, dass der Prozessor oder das Display hierfür verantwortlich sein könnten.

Um dies zu untersuchen, wurde eine Modifikation vorgenommen:

  • Isolierung der umliegenden Bauteile mittels Kartonlage
  • Aufbringen selbstklebender Kupferfolie über dem Prozessor
  • Verbindung der Kupferfolie mit der Gerätemasse
  • Nacharbeit der Lötstellen an den SMA-Buchsen

Die Kupferabschirmung sollte gleichzeitig als HF-Schutz und als zusätzliche Kühlfläche für den Prozessor dienen.

Interessante Details zum Aufbau

Das Teardown brachte weitere interessante Erkenntnisse ans Licht:

  • Die SMA-Anschlüsse sind vom Gehäuse elektrisch isoliert.
  • Beim Austausch der Buchsen müssen die Isolatoren zwingend erhalten bleiben, da sonst die Bias-T-Spannung kurzgeschlossen werden kann.
  • Das Lautsprechersystem verwendet eine Resonatorkammer mit Passivmembran, was für den überraschend kräftigen Klang des kompakten Empfängers verantwortlich ist.
  • Der integrierte 5000-mAh-LiPo-Akku sorgt für lange Betriebszeiten im mobilen Einsatz.
Praxistest: Ernüchterndes Ergebnis

Nach erfolgreichem Zusammenbau wurde die Modifikation im direkten Vergleich getestet. Das Ergebnis war eindeutig:

Die zusätzliche CPU-Abschirmung brachte praktisch keine Verbesserung der Störsignale auf Lang- und Mittelwelle.

Die bekannten Störungen blieben sowohl optisch im Spektrum als auch akustisch nahezu unverändert. Erst beim Ausschalten des Displays war eine deutliche Reduzierung der Störungen feststellbar. Dies deutet darauf hin, dass die Hauptursache der Störaussendungen eher im Display beziehungsweise dessen Ansteuerung als im Prozessor selbst liegt.

Eine gute Nachricht gibt es dennoch: Wird eine externe Antenne über Koaxialkabel angeschlossen, verschwinden die meisten dieser Störungen weitgehend. Das Problem betrifft daher hauptsächlich den Betrieb mit direkt angeschlossener Teleskopantenne.

Der Teardown bestätigt den insgesamt sehr hochwertigen Aufbau des Malahit DSP2. Die umfangreiche Abschirmung der HF-Baugruppen, die solide Mechanik und die durchdachte Architektur sprechen für eine sorgfältige Entwicklung.

Die getestete CPU-Abschirmung erwies sich jedoch als ein Mod, um den tatsächlich niemand gebeten hat: Der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum erzielten Nutzen. Wer den DSP2 störungsarm betreiben möchte, fährt mit einer externen Antenne deutlich besser als mit aufwendigen internen Modifikationen.

Quelle: YouTube @OM0ET