Draussen Loggen mit Polo

Wer gerne draussen funkt, loggt auch draussen. Elektronische Logbücher aller Art haben Papier und Bleistift mittlerweile den Rang abgelaufen. Die australische Software VK port-a-log hatte mich über Jahre treu unterstützt, war aber etwas in die Jahre gekommen. Seit gut einem Jahr verwende ich Polo. Was habe ich dabei erlebt?

Summits on the Air (SOTA) ist seit bald zehn Jahren meine Spielwiese im Amateurfunk. Ich schätze die Abwechslung zum Berufs- bzw. Pensionisten-Alltag und das Kopflüften draussen. Vom Bireggwald bis zum Matterhorn ist Vieles auf der Liste. Um bei SOTA richtig mitzumachen, muss man seine Logs erfassen und auf den SOTA-Server hochladen. Im Austausch mit den Anderen nimmt man so auch viele Ideen für neue Bergfunk-Aktivitäten auf, und in der bergigen Schweiz oder im Ausland wird es nie langweilig. SOTA ist ein einfacher und robuster Motor, um die Freude am Amateurfunk zu erhalten.

Das Führen des Logbuchs ist für die Teilnehmer ein wichtiger Job. Nicht streng, aber es muss stimmen. Software hilft mittlerweile auch hier, und ich logge schon länger elektronisch. Seit 2025 arbeite ich mit «Portable Logger», kurz Polo, den ich hier aus meinem persönlichen Blickwinkel vorstellen möchte – der umfasst hauptsächlich SOTA und daneben als Beifang auch POTA. Mittlerweile gibt es an fast allen Summits auch POTA-Gebiete. Darüber hatte ich letztes Jahr in einem eigenen Beitrag berichtet: https://hb9lu.ch/tapetenwechsel-fuer-draussen-pota/

Mein Beitrag hier ist keine systematische Einführung in Polo, aber ich berichte über meine Erfahrungen. Polo wird von Autor Sebastián, KI2D, und seinem Team kontinuierlich weiterentwickelt. Da kommen immer wieder mal neue Features dazu, wobei die Funktionalitäten für SOTA und POTA mittlerweile gut ausgebaut sind. So ist mein Beitrag auch nur eine Momentaufnahme. Er ist auch nicht der erste Schritt, wenn man Polo benützen möchte. Da folgt man besser dem Manual und den Tutorials und verbessert sich danach mit Hilfe der Erfahrungen der Anderen, die man im Polo-Blog findet.

Etwas Vorgeschichte

Es dauerte nur ein halbes Jahr, bis mir das Loggen am Summit mit Notizbuch und Kugelschreiber zu umständlich wurde. Ich hatte Gutes über VK port-a-log gehört und kaufte mir ein billiges 7″-Tablet von Samsung. An der Ham Radio hatten Kollegen darüber Vorträge gehalten.

VK port-a-log gibt es nur für Android-Geräte. Als iPhone-Jünger musste ich mich daher erst mal in die Android-Welt einarbeiten. Nach ein paar Trockenübungen war mir aber alles klar. Scheinbar! Am Hochstuckli und auf dem Sonnenberg kam ich recht ins Schwitzen. Die Abläufe sassen noch nicht, und bei Korrekturen brauchten meine Funkpartner Geduld, weil man diese sofort erfassen muss. «Später» wie beim Notizbüchlein funktioniert nicht! Die ADIF-Files überspielte ich dann am Abend über ein Kabel auf den PC, um sie danach zu prüfen und in die SOTA-Datenbank hochzuladen.

Übung macht aber auch hier den Meister. Seit 2017 haben mich weder VK port-a-log noch das Samsung-Tablet im Stich gelassen. 1-2x jährlich gab es Updates von VK3ZPF. Mit den passenden Einstellungen konnte ich die ADIF-Files auch für das heimische zentrale Logbuch verwenden. Vom Flachland bis ins Hochgebirge war mein Tablet (fast) immer dabei. Wie praktisch die Sache ist, wurde mir immer bewusst, wenn ich das Tablet mal zu Hause vergessen hatte. Das alte, mittlerweile etwas verwitterte Notizbuch hat mich jeweils gerettet und ist auch heute noch als Notnagel dabei.

Zwei Dinge gaben letztes Jahr den Ausschlag, eine neue Lösung zu suchen. Einerseits wurde das Tablet wirklich alt. Mit den steigenden Sicherheitsanforderungen wurde Android 5.1 auch von VK port-a-log nicht mehr unterstützt. Andererseits hatte ich kürzlich Parks on the Air (POTA) kennengelernt und als Beifang zu SOTA für mich angenommen. Die ADIF-Files von SOTA konnten zwar recht einfach auf die POTA-Plattform geladen werden, aber die Arbeit uferte aus, wenn es am Summit mehr als ein POTA-Gebiet gab. Das müsste doch einfacher gehen!

Einige Hobbyfreunde hatten im HB9SOTA-Chat bereits über ihre Erfolge mit der amerikanischen Software «Portable Logger» (kurz «PoLo» oder bei mir «Polo») berichtet. Das Gehörte sollte nun auch mich glücklicher machen. Polo ist für iPhones und Android erhältlich und läuft auf Telefonen und Tablets.

Hier nun einige Eindrücke und Tipps, gruppiert nach zehn Themen. Ein paar Screenshots und Bilder befinden sich am Schluss dieses Beitrags.

Die offizielle Kommunikation rund um Polo findet man hier: https://polo.ham2k.com/

[1] Geräte

VK port-a-log lief bei mir auf einem separaten Android-Tablet, das ich nur für dieses Programm gekauft hatte. Als iPhone-Jünger hatte ich alles andere, was mobiles Internet brauchte, auf dem Apple-Mobiltelefon, insbesondere

  • SOTLAS zum Abfragen und Spotten für SOTA;
  • Hamalert als Ticker für interessante Spots;
  • Threema, Signal und Whatsapp, um Kollegen zu erreichen, die gerade draussen funkten.

Heute habe ich für Polo aber weiterhin ein separates Android-Gerät, mit dem ich auch andere Software verwenden kann, die nur für Android verfügbar ist. Mit dem Samsung «Galaxy A16 5G» (interner Code: SM-A166B, gekauft im Mai 2025) mit aktuellem Android-Betriebssystem bin ich momentan gut unterwegs. Ich hatte kein kleines, passendes Tablet mehr gefunden, so dass ich auch billige Mobiltelefone prüfte. Das A16 war kaum teurer als mein erstes Tablet und läuft bei mir ohne SIM, quasi als Mini-Tablet.

Das A16 blieb aber auch schon mal versehentlich zu Hause. Da ich mir Polo auch auf dem iPhone eingerichtet habe, verfüge ich über einen gleichwertigen Ersatz, wenngleich der Screen des iPhones kleiner ist. Mit dem iPad habe ich noch nie unterwegs geloggt.

[2] Internet-Verbindung

Grundsätzlich loggt Polo auch ohne Internet-Verbindung. Der eingebaute Komfort ist aber wirklich nützlich, allen voran der Cluster mit den Spots anderer Draussenfunker, die zeitgleich QRV sind.

VK port-a-log lief bei mir jahrelang ohne Verbindung ins Internet, also ohne den eingebauten Cluster oder den eingebauten Spotter. Gespottet hatte ich manuell, meist via SOTLAS. Ich hatte lange Jahre Bedenken hinsichtlich der Batterie-Laufzeit, alles auf einem Gerät laufen zu lassen. Das ist nun Vergangenheit. Heute starte ich am Summit den WLAN-Hotspot auf dem iPhone und verbinde das A16. Internet braucht es

  • fürs Spotten bei SOTA und POTA, wenn man die im Polo eingebauten Möglichkeiten nutzt;
  • für das Anzeigen der Namen der Funkpartner, wenn QRZ.com oder HamQTH.com aktiviert sind;
  • für das Laden/Aktualisieren zusätzlicher Datenquellen am Summit;
  • zum Übermitteln der ADIF-Dateien auf den heimischen Storage (NAS);
  • zum Einloggen in die SOTA-Datenbank und
  • zum Aktualisieren von Polo.

Das Spotten benötigt logischerweise eine Verbindung nach aussen.  Ohne Spot wird man nicht gefunden. Neben Polo gibt es verschiedene Lösungen, für SOTA beispielsweise via

  • SMS (verschiedene Nummern, einmalige Anmeldung nötig);
  • SOTA-Website (SOTA-Login nötig);
  • RBN (in CW, wenn für die Aktivierung ein zeitlich passender Alert erfasst wurde);
  • SOTLAS-Website (SOTA-Login nötig);
  • andere spezialisierte SOTA-Apps (mit hinterlegtem SOTA-Login);
  • APRS2SOTA (einmalige Anmeldung nötig);
  • SOTAmāt (mit eigenem Login).

Der Punkt «Einloggen in die SOTA-Datenbank» kann unversehens lästig werden, wenn man mit Polo auch spotten möchte. Ein Sicherheitsmechanismus im SOTA-SSO loggt mein Gerät relativ rasch wieder aus, halt gerne im dümmsten Moment. Das kriegt man aber gar nicht mit, hi. Wenn man den Logout erst beim Spotting-Versuch bemerkt, dann weist Polo zwar mit einer Fehlermeldung darauf hin, und ich kann den Login-Prozess neuerdings direkt aus dieser Fehlermeldung starten. Bei schwachem Mobilfunk-Signal kann sich das aber in die Länge ziehen.  Das ist besonders unangenehm, wenn man auch POTA gespottet hat, wo bald die ersten rufen, während man noch im wackligen Login für SOTA verstrickt ist.

So kontrolliert man das besser vor der Aktivierung. Unter «Settings > Accounts & Services» ist sichtbar, ob ich bei SOTA tatsächlich eingeloggt bin. Wenn ich eingeloggt bin, ist dort mein Rufzeichen sichtbar.

[3] Design-Entscheide der Programmierer

Es ist manchmal einfach so, wie es ist! Obwohl die Polo-Programmierer auf viele Wünsche eingehen und viele nützliche oder auch schnucklige Ergänzungen geschaffen haben, gibt es gewisse Dinge, die sie einfach so und nicht anders realisiert haben. Ich war stark an VK port-a-log und dessen Funktionsweise gewohnt. So musste ich mich in verschiedenen Belangen umgewöhnen.

Wer Polo nur für SOTA und/oder POTA benützt, vergisst schnell, dass Polo eine ganze Reihe weiterer Programme und auch Contests unterstützt. Die Wollmilchsau Polo legt tatsächlich viele Eier, aber nicht beliebig viele und auch keine eckigen. Als Neueinsteiger kennt man diesen abgesteckten Rahmen allerdings nicht und muss sich diesen erst einmal erschliessen. Das macht man am besten mit Tests von A-Z mit alten Aktivierungen, wo man alle üblichen Situationen einmal durchspielt. Da merkt man sofort, wenn etwas Gewohntes bei Polo anders funktioniert.

Wenn man strandet oder etwas richtig verstehen möchte, ist das Ham2k Polo-Forum eine gute Adresse. Das Blog läuft wie der SOTA-Reflector auf einem Discord-Server und kann nach Stichworten abgefragt werden. Findet man nichts, bewährt sich die Frage an die Gemeinschaft, wie man das bisherige Prozedere ABC oder das Problem XYZ in Polo abhandle. Mit ein paar Rückfragen gibt es für fast alles einen Lösungsvorschlag. Hie und da muss man aber auch über seinen Schatten springen und einen eigenen Furz aufgeben – das hat aber auch immer wieder sein Gutes! 2025 habe ich viele Fragen gestellt, nun schon länger keine mehr.

Ich bin erstaunt, was alles die Programmierer in Polo ausprogrammiert haben. Noch mehr überrascht es mich, dass die Software auf meinen Geräten eigentlich immer noch flott läuft. Baff bin ich über die Seelenruhe, mit welcher x-beliebige Leute immer wieder neue Funktionen fordern, deren Umfang mich an Beatmungsgeräte erinnert.

[4] Gerätebedienung

Bei einer Aktivierung setze ich mich gerne hin: auf einer Sitzgelegenheit, auf einem Geländeabsatz oder auf einem Felsstück. Viel mehr gibt das Alter mittlerweile nicht mehr her. Dabei liegt der KX2 meist auf meinen Knien, das Mobiltelefon auf dem linken und das Polo-Tablet auf dem rechten Oberschenkel. Damit habe ich für meine Bedürfnisse alles im Griff. Meine Funkpartner höre ich mit dem Kopfhörer, das Mikrofon bediene ich mit der linken Hand. Die rechte bedient Polo.

Erfahrungen mit CW als Aktivierer habe ich keine, aber es gibt doch viele CW-Operators, die auch elektronisch loggen. Da die rechte Hand so bei den meisten eine Zusatzaufgabe hat, braucht es für eine fehlerfreie Bedienung von Polo schon zusätzliches Geschick. Vereinzelte Summit-to-Summit-Verbindungen in CW logge ich erst nach dem QSO, wenn der Blutdruck wieder normal ist, hi.

Die Schriftgrösse lässt sich in Polo in mehreren Stufen einstellen. Grosse Zeichen sieht man zwar besser, aber der Polo-Bildschirm wird so auch unübersichtlicher. Selber bin ich mit der kleinsten Stufe gut zufrieden, wohl so lange, wie das die Augen noch sehen. Das ist dann wirklich klein und mein regelmässiger Sehtest.

Polo lässt sich in verschiedenen Sprachen bedienen. Das ist hilfreich und unterstützt die Verbreitung und Akzeptanz. Allerdings fand ich nach einigen Versuchen doch Englisch am angenehmsten.

[5] Shortcuts und Abkürzungen

Das Eingabefeld für das Rufzeichen ist ein richtiger Tausendsassa. Man kann dort fast alles eingeben, wozu man sonst andere Felder benützen müsste.

Auf der Polo-Website gibt es dazu eine gute Seite, wo alles aufgeführt und erklärt wird. Die kann man sich ausdrucken, das Beschriebene für sich in einer Trockenübung durcharbeiten und dann abhaken. Vieles davon ist nützlich für das Loggen am Summit.

https://polo.ham2k.com/docs/polo-features/tips-and-tricks/

[6] Operations und Templates

Eine einzelne, in sich geschlossene Aktivität wird in Polo «Operation» genannt. Das ist eine einzelne SOTA-Aktivierung, eine einzelne POTA-Aktivierung, eine Kombination SOTA/POTA oder beispielsweise ein Chaser-Log für einen ganzen Monat oder ein Contest-Log. Nach dem Starten zeigt Polo die Liste der letzten Operations mit der letzten Aktivität zuoberst.

VK port-a-log hingegen erstellt pro Kalendertag ein einziges File, in dem alle SOTA-Aktivierungen enthalten sind. Es ist nicht ratsam, in Polo mehrere Aktivierungen in eine einzige Operation zu erfassen, da die Stammdaten des ADIF-Files nur auf den beim Abspeichern erfassten letzten Parks oder dem letzten Summit basieren und dann für das ganze File gelten!

Damit man bei der nächsten Operation nicht mehr alle Stammdaten von Grund auf neu erfassen muss, speichert Polo wiederkehrende Aktivitätstypen selbständig als Templates ab. Ist man oft im Ausland unterwegs, lässt sich das Operator-Rufzeichen auswählen und der nächstgelegene Summit und/oder Park. Ich selber achte nur auf das passende Rufzeichen wie zum Beispiel «DL/HB9DIZ/P». Den Summit und insbesondere die POTA-Parks wähle ich immer manuell aus, da es oft mehrere überlappende POTA-Referenzen an einem Summit gibt und die Vorschläge so nicht immer richtig sind. Im Aktivitäten-Suchfenster kann man nach Referenzen, Bezeichnungen oder Teilen davon suchen. Draussen und bei gutem Blick zum Himmel findet Polo den nächsten SOTA-Summit meist rasch. Aber oft ist die Angewöhnungszeit des GPS recht lang, so dass ich mit den manuellen Eingaben meist schneller bin.

Damit die Liste meiner Operations übersichtlich bleibt, erfasse ich als erstes immer den SOTA-Summit, gefolgt von den POTA-Referenzen. Nach dem Erfassen der Referenzen lohnt sich ein Kontrollblick in die Kopfzeile, dass alle Referenzen richtig in die Operation abgespeichert wurden.

[7] Vorbereitungen vor der Aktivierung

Neben den üblichen Vorbereitungen wie Auswahl des Summits, Lesen der Summit-Berichte im SOTLAS, Trail zum Summit, Fahrplan öV bzw. Fahrtweg zum Parkplatz, Wetterbericht oder Setzen von Alerts lohnt auch die Vorbereitung der Aktivierung in der Polo-App.

Pro Aktivierung wird eine Operation eröffnet und mit dem SOTA-Summit und den POTA-Parks verknüpft. Welche POTA-Gebiete an einem Summit liegen und wo genau, lässt sich mit der «Heinz-Karte» https://pota-map.info/ oder dem französischen Pendant https://pota-map.fr/ gut ermitteln. So ist man am Gipfel frei und kann bei Verbindung ins Internet (oder zur Not auch ohne) gleich starten.

[8] Aktivierung durchführen

Wenn die Referenzen ermittelt und die Polo-Operation vorbereitet ist, kann man am Summit gleich starten. Dazu aktiviere ich am Summit am Mobiltelefon meinen WLAN-Hotspot und verbinde das Polo-Tablet damit. Dann starte ich Polo, wähle die passende vorbereitete Operation aus und suche mir eine freie Frequenz. Diese trage ich in Polo ein und wähle «Self-Spotting». Dort kurz den Spotting-Vorschlag hinter dem Winke-Händchen prüfen und antippen, und die Sache läuft. Wenn der Spot verarbeitet wurde, wechselt das Self-Spotting-Fensterchen die Farbe. Bei SOTA-Aktivierungen wird zusätzlich ein Button «Re-spot every 10 minutes» sichtbar, den man antippen kann, falls man das möchte.

Bei mehreren Programmen werden alle Spotter gleichzeitig bedient. Einfacher geht es nicht mehr. Bei Bedarf und Möglichkeit kann ich so z.B. SOTA, POTA, WWFF, GMA und TOTA mit einer Geste bedienen. Den Spot kann ich mit Hamalert kontrollieren. Mein eigenes Rufzeichen glöckelt dann gut hörbar.

Standardmässig sendet Polo bei einem Spot die Texte «QRV» oder «QSY» aus. Diese können bei jedem Spot auch durch individuelle Texte ersetzt werden. Wenn man diese während einer Aktivierung mehrfach verwenden möchte, speichert man sie mit Vorteil in einem Notizbuch ab, da Polo bei jedem Spot zu den Default-Texten zurückkehrt.

Die Vornamen meiner Funkpartner kann Polo auch anzeigen. Das ist allerdings anders gelöst als bei VK port-a-log. Grundsätzlich holt sich Polo die Vornamen live über das Internet bei den zum Nachsehen hinterlegten Plattformen. Alternativ können über «Data Settings > Callsign Notes» Namenfiles eingebunden werden. Diese Angaben werden allerdings beim ADIF-Export nicht verwendet, dort wird wieder online nachgesehen, wie jeder heisst, hi. Logs, für die gar keine Namen angezeigt werden, können nachträglich ergänzt werden, indem oben rechts bei den drei Punkten «Lookup all QSOs» angetippt wird.

Wer gerne QSOs mit anderen Draussenfunkern macht, ist mit den eingebauten Clustern gut bedient. Unter den Einstellungen von «SPOTS» lassen sich zur Zeit fünf Spot-Quellen zuschalten:

  • POTA (Parks on the Air)
  • SOTA (Summits on the Air)
  • TOTA (Towers on the Air)
  • WWBOTA (Bunkers on the Air)
  • WWFF (Worldwide Flora & Fauna)

GMA für die GMA-eigenen Berge ist leider nicht dabei.

Diese Quellen können zusätzlich auch nach Kontinenten und für einen bestimmten Zeitraum gefiltert werden. Für meine Interessen habe ich Europa und Afrika (für die kanarischen Inseln) sowie 45 Minuten gewählt. Aktivierungen, die der Auswahl entsprechen, werden in Listenform dargestellt. QSOs mit solchen Funkpartnern können in der Liste angetippt werden, und deren Details werden sogleich in die QSO-Erfassung übertragen – nur noch Rapporte und allenfalls weitere Referenzen ergänzen, fertig. Vorsicht: SOTA-Referenzen werden nur dann abgespeichert, wenn auch SOTA als Spot Source ausgewählt wurde.

Beim Einrichten von Polo legt man fest, an welchen Draussenfunker-Programmen oder Contests man teilnehmen möchte. Für jedes Programm lädt Polo dann ein Stammdatenfile in den Speicher und aktualisiert diese periodisch. Also Parks bei POTA oder Berge bei SOTA. Über zusätzliche Buttons können dann während der QSOs Parks und Berge erfasst werden, wenn auch der Funkpartner eine solche Referenz vergibt. Für Summit-to-Summit- (S2S) oder Park-to-Park-Verbindungen (P2P) sind so die nötigen Angaben rasch beisammen. Hat der Funkpartner bereits selber gespottet und ist im Cluster vorhanden, dann übernimmt Polo auch dessen Referenzen ins Log, sofern die entsprechenden Spot-Quellen auch eingeschaltet worden sind. Ich sass mal in sieben POTA-Parks gleichzeitig und musste die glücklicherweise niemandem durchgeben!

Schliesslich lässt sich im Tab «MAP» auch eine Karte der Verbindungen der aktuellen Operation anzeigen. Hält man das Gerät quer, lassen sich bei ausreichender Bildschirmgrösse auch weitere statistische Angaben anzeigen.

[9] Nach der Aktivierung

Es gilt als Geste der Höflichkeit, dass man QRT meldet, bevor man zusammenpackt. Das schafft klare Verhältnisse. Polo macht es einem einfach. Einfach «QRT» ins Rufzeichenfeld tippen und ohne Rapporte submitten, dann wird bei den aktivierten Programmen eine QRT-Meldung gesendet. So wissen alle Bescheid, dass kein Durchgang mehr vorgesehen ist. Man kann danach immer noch Anrufe beantworten und erfassen oder weitere S2S abarbeiten.

Daneben lohnt auch ein Blick in die Cluster, ob wer noch ein anderes Band oder ein QSO wünscht. Wer Social Media dabei hat, sollte auch dort nachsehen, ob sich da wer gemeldet hat. Messenger-Gruppen sind umgekehrt auch ein gutes Meldetool, wenn einem noch QSOs fehlen. Die Spezis helfen einander gerne!

Letzter Schritt ist das Generieren und Abspeichern der ADIF-Files. Dies empfiehlt sich auch aus Sicherheitsüberlegungen. Vor der File-Generierung sind die QSO-Daten nur Polo-intern abgespeichert und in einem Störungsfall nicht direkt zugänglich.

Unter General Settings > Export Settings lassen sich die Exportformate für jedes xOTA-Programm individualisieren. Grundsätzlich sind die Standardformate gut, aber man muss aufpassen, wenn man sich die ADIF-Files online auf einen Cloudspeicher schreiben lässt: Wenn ich den gleichen POTA-Park am gleichen Tag mehrmals aktiviere, hat das ADIF-File für diesen Park immer den gleichen Namen. Das jüngere File kann dann das ältere File überschreiben. Der Filename lässt sich aber um einen eindeutigen Identifier erweitern, so dass er wieder eindeutig wird.

Früher hatte ich mir die Files auch schon per Mail vom Tablet nach Hause zum PC geschickt. Mit den neuen Möglichkeiten der Cloudspeicher ist das eigentlich obsolet geworden. Künftig soll es sogar möglich sein, die Logfiles direkt aus Polo in die xOTA-Programme einzulesen.

[10] Chasen

Wer gerne SOTA- oder POTA-Aktivierer als Jäger kontaktiert, kann sich neben seinen eigenen Aktivierungen auch eine «General Operation» mit seinem Rufzeichen ohne «/p» eröffnen und einfach keine Aktivierer-Referenzen erfassen. Gearbeitete Aktivierer holt man dann aus dem Polo-internen Cluster im Tab «SPOTS». Die Chaser-QSOs aus xOTA-Programmen sind so blitzschnell erfasst. Damit auch allfällige POTA-Referenzen abgespeichert werden, muss im Cluster POTA ebenfalls aktiviert sein.

Für mich persönlich reicht es aus, eine solche Operation pro Kalendermonat zu führen. Die Chaser-Liste in SOTA und die Completes werden damit nur 12x jährlich nachgeführt, dafür muss ich nicht täglich eine Datei hochladen – das hat auch was. Es gibt natürlich auch andere Möglichkeiten, sein Chaser-Log zu führen. Aber mit Polo finde ich das angenehm. Mein Funker-Tablet liegt neben mir und ist rasch eingeschaltet.

Grundsätzlich ist das Chasen aller Programme sehr komfortabel, für die Polo einen eigenen Cluster führt. Für alle anderen Programme oder sonstigen QSOs muss man die Details selber erfassen, also Partner-Call, RST-sent und RST-received sowie die Frequenz. Der Modus wird von Polo selber erkannt, auf 40 m und 60 m gibt es allerdings Unterschiede zu unserem Bandplan, so dass man das kontrollieren sollte.

Und die Perspektiven?

Es gibt eine unerwartete Perspektive. Der Name Polo dürfte bald verschwinden. Wie Team Leader Sebastián kürzlich im Polo-Blog berichtet hat, heisst die Zukunft HaLo. Hal(l)o? Das steht für Ham Logger. Ein Logbuch-Programm, das auf den grossen Plattformen wie Windows, Mac oder Linux läuft, aber auch iOS und Android aus dem gleichen Code heraus bedienen soll. Technisch tatsächlich eine eierlegende Wollmilchsau! HaLo soll (fast) alles bieten, was Polo auch kann, dazu Vieles mehr. Was das bedeutet, werden wir sehen.

Im Moment bleibe ich gerne bei Polo. Es kann alles, was ich draussen brauche.

Vy 73 de Markus, HB9DIZ

Portable Logger
von Sebastián Delmont, KI2D, und Team.
Website: https://polo.ham2k.com/


Bildstrecke: Draussen Loggen mit Polo

Der Startbildschirm von Polo zeigt die Programmversion und die geladenen Zusätze.

Nach dem Programmstart zeigt Polo die vorhandenen Logs mit der aktuellsten Operation zuoberst. Zuoberst im Bild das aktuelle Chaser-Log für den Monat August 2026, darunter das Log der SOTA-Aktivierung am Monte Moncucco bei Domodossola (mit SOTA-Referenz I/PM-183 und POTA-Referenz IT-0747). Weiter unten Operations mit mehreren POTA-Parks aus Frankreich. Eine neue Operation wird mit dem hellblauen Button «New Operation» eröffnet.

Für eine neue Operation wird zuerst abgefragt, ob ein bestehendes Template verwendet werden soll (grüne Einträge). Template umfassen das befunkte Rufzeichen und die befunkten xOTA-Programme. Alle so vorbestimmten Basisdaten können bei Bedarf aber später wieder geändert werden. Test-Operations oder irrtümlich eröffnete Operations können später wieder gelöscht werden.

Wenn die aktive Operation auch SOTA umfasst, prüft Polo regelmässig, ob es auch bei SOTA angemeldet ist. Ist das nicht der Fall, gibt Polo eine Warnung aus und das Login-Prozedere kann gestartet werden. Das kann sich bei schlechter Internet-Verbindung in die Länge ziehen, darum gescheiter vor dem Start einer Aktivierung checken.

Über die Eingabemaske kann nun das Log befüllt werden. Sind die entsprechenden Datenbanken in den Settings aktiviert oder Files dazu geladen worden, kann Polo den Vornamen des Funkpartners anzeigen. Kommt ein Name, ist dies meist ein gutes Indiz, dass das Rufzeichen richtig aufgenommen wurde.

Im Verlaufe der Aktivierung füllt sich das Log. Hier eine Operation für die gleichzeitige Aktivierung des SOTA-Summits HB/FR-019 (Moléson) und des POTA-Parks CH-0011 (Gruyère/Pays d’Enhaut). Die Eingabemaske ist leer und bereit für die Erfassung eines weiteren QSOs.

Anzeige eines QSOs aus einer anderen Operation.

Möchte man zu einem bereits erfassten QSO weitere Details sehen oder das QSO löschen, tippt man auf dessen Zeile im Log. Die Farbe wechselt nun auf Blau. Die Haken vor «POTA» und «SOTA» zeigen, dass je eine Referenz erfasst wurde. Ein Tap auf den Button «SOTA» zeigt die erfasste SOTA-Referenz «LA/HM-171» an. In der Mitte werden Details zum QSO angezeigt, so Distanz und Senderichtung und die Referenzen. Überlange Angaben werden abgeschnitten. Tippt man nochmals auf die QSO-Zeile, wechselt man zurück zur QSO-Übersicht und zur Grundfarbe Ocker.

Ein Blick in den Cluster, wo man sich andere aktuelle xOTA-Aktivitäten anzeigen lassen kann, chronologisch sortiert. Für dieses Beispiel sind nur SOTA-Spots selektiert. Man erkennt sie am Berg-Symbol. Der letzte eigene Spot ist ocker abgebildet, hier vom Summit «Grande Roche» im Südburgund. Das ist auch aus der blaugrünen Kopfzeile ersichtlich.

Zum Schluss ein Blick auf verschiedene Stammdaten-Darstellungen. Zuerst die Operation Settings, also die Einstellungen zum gerade aktiven Log. Die entsprechenden Punkte können angetippt werden, falls man sie anpassen muss. Aber Vorsicht: Die Einstellungen, die beim Erstellen der ADIF-Files aktiv sind, gelten für das ganze File. Darum muss für eine neue Aktivierung (mit anderen Referenzen) auch immer eine neue Operation eröffnet werden.

Ein Blick in die Einstellungen («Settings»), die im Hauptbildschirm über ein Zahnrad aufgerufen werden können: Allgemeines, Logbuchführung, Stammdaten-Files, Synchronisierung (Beta), Services mit deren Logins, aktivierte xOTA-Programme.

Die Verwaltung der Stammdaten-Files. Die Aktualisierung dieser Files muss von Zeit zu Zeit selber angestossen werden. Unterlässt man dies, meldet sich Polo nach einigen Wochen mit Hinweisen. Periodische Aktualisierung reicht in der Regel. Ein am Vortag eröffneter neuer Summit ist dann allerdings erst nach der nächsten Aktualisierung mit seinen Stammdaten verfügbar.

In den allgemeinen Einstellungen wird unter anderem festgelegt, wo Polo bestimmte allgemeine Stammdaten beziehen soll. Dies betrifft hauptsächlich die Auflösung von Vornamen und Standorten via QRZ oder HamQTH. Wichtig ist der mittlere Eintrag für SOTA: Damit zu Beginn einer Aktivierung ein Spot bei SOTAwatch abgesetzt werden kann, muss Polo bei SOTA eingeloggt sein. Da das Rufzeichen HB9DIZ sichtbar ist, ist jenes Login momentan aktiv – so also im Moment OK. Bei Veränderungen (Inaktivität, andere Mobilfunkzelle sowie weitere unbekannte lästige Gründe) ist man manchmal rasch wieder ausgeloggt.

Der untere Teil von «Settings» zeigt die About-Angaben mit der aktuellen Programmversion und der Change History, darunter verschiedene Quellen für Hilfe zur Bedienung: Manual, Forum, Chat, Youtube-Videos etc.

Zuletzt bleibt nur eines: Rausgehen, Draussenfunken . . . und draussen loggen. Zum Beispiel mit Polo! Enjoy!



Herzlichen Dank!

Ein herzliches Dankeschön geht an Markus, HB9DIZ, für diesen ausführlichen, persönlichen und ausgesprochen praxisnahen Beitrag über das Loggen mit Polo.

Seine vielen Erfahrungen, Tipps und kleinen Geschichten aus dem Funkalltag zeigen eindrücklich, wie viel Know-how, aber auch Begeisterung für das gemeinsame Hobby hinter einer solchen Aktivität steckt. Besonders schön ist, dass Markus nicht einfach eine Software vorstellt, sondern uns ein Stück weit mitnimmt auf seine SOTA- und POTA-Abenteuer – vom ersten Loggen mit Papier und Bleistift bis zum modernen digitalen Logbuch.

Lieber Markus, herzlichen Dank für deine Zeit, deine Offenheit und dafür, dass du deine Erfahrungen mit unserer HB9LU-Leserschaft teilst. Wir wünschen dir weiterhin viele schöne Gipfel, gute Verbindungen, volle Logs und natürlich immer genügend Zeit fürs „Draussenfunken“!

Vy 73 und nochmals herzlichen Dank!