Die Zukunft des taktischen Funk – Mesh-Netzwerke statt klassischer Handfunkgeräte

Ein aktuelles YouTube-Video beleuchtet eindrucksvoll den Wandel von klassischen analogen Handfunkgeräten hin zu hochintegrierten, dezentralen Mesh-Netzwerken. Wärend früher Mikrofon, Modulation und mechanische Filter das Funkgeschehen bestimmten, entwickelt sich die Funktechnik heute immer stärker in Richtung intelligenter, selbstorganisierender Netzwerksysteme.

Vom analogen Walkie-Talkie zum vernetzten System

Traditionelle Handfunkgeräte arbeiteten rein analog: Die Sprache modulierte direkt das HF-Signal, Frequenzen wurden mittels mechanischer Abstimmung eingestellt. Der Bediener musste Kanalwahl, Leistungsstufe und Netzstruktur selbst im Griff haben.

Die neue Generation von Funkgeraeten hingegen ähnelt eher einem WLAN-Router als einem klassischen Transceiver. Moderne Systeme sind nicht nur digital, sondern vollständig netzwerkfähig. Sie arbeiten als sogenannte MANET-Systeme (Mobile Ad-hoc Networks), die selbstheilende, dezentrale Mesh-Netzwerke aufbauen können – ohne zentrale Infrastruktur.

Vom analogen Walkie-Talkie zum vernetzten System

Traditionelle Handfunkgeräte arbeiteten rein analog: Die Sprache modulierte direkt das HF-Signal, Frequenzen wurden mittels mechanischer Abstimmung eingestellt. Der Bediener musste Kanalwahl, Leistungsstufe und Netzstruktur selbst im Griff haben.

Die neue Generation von Funkgeräten hingegen ähnelt eher einem WLAN-Router als einem klassischen Transceiver. Moderne Systeme sind nicht nur digital, sondern vollständig netzwerkfähig. Sie arbeiten als sogenannte MANET-Systeme (Mobile Ad-hoc Networks), die selbstheilende, dezentrale Mesh-Netzwerke aufbauen können – ohne zentrale Infrastruktur.

Silvus Technologies und der Streamcaster

Im Zentrum des Videos steht die Entwicklung bei Silvus Technologies. Deren Streamcaster-Serie nutzt eine proprietaere MN-MIMO-Wellenform, die sich deutlich vom klassischen WLAN-Standard unterscheidet. Obwohl teilweise im 2,4-GHz-Band gearbeitet wird, kommt eine eigene Signalstruktur mit erweiterten Fehlerkorrektur- und Resilienzmechanismen zum Einsatz.

Diese Systeme sind nicht einfach „WLAN mit mehr Leistung“ oder nur stärker verschlüsselt. Sie wurden gezielt für Umgebungen mit elektronischer Kampfführung, Störsendern und komplexer HF-Umgebung entwickelt. Neben robuster Datenübertragung bieten sie:

  • Intelligentes Routing im Mesh
  • Automatische Priorisierung von Datenströmen
  • Mehrkanalbetrieb
  • Integrierte Beamforming-Technologie

Durch sogenanntes IGEN-Beamforming können mehrere Antennen gezielt Energie in eine bestimmte Richtung bündeln. Ein 2-Watt-Gerät erreicht dadurch effektiv eine Performance, die sonst nur mit höherer Leistung oder Richtantenne möglich wäre – bei gleichzeitig reduzierter Abstrahlung in unerwünschte Richtungen.

Neue Bauformen: Streamcaster Nexus und SL5200

Mit dem neuen „Nexus“-System und dem kompakten SM5200-Modul zeigt Silvus eine deutlich verkleinerte Bauform. Das System ist für die Integration in moderne Ausrüstungskonzepte konzipiert – inklusive Daten-, Audio- und Kameraanbindung.

Besonders interessant für Integratoren ist das OEM-Modul SL5200, das sich direkt in Drohnen, Robotiksysteme oder andere Plattformen einbauen lässt. Dadurch wird der Funk nicht mehr als externes „Gerät“, sondern als integrierter Bestandteil eines Gesamtsystems betrachtet.

Praxiseinsatz und Verbreitung

Laut Video werden Silvus-Systeme zunehmend in militärischen und sicherheitsrelevanten Anwendungen eingesetzt. Genannt wird unter anderem der Einsatz in der Ukraine, wo ein Grossteil der taktischen Datenkommunikation über entsprechende Mesh-Systeme laufen soll. Konkrete Zahlen sind naturgemäss schwer zu verifizieren, doch die zunehmende Verbreitung gilt als plausibel.

Neben Datenlinks fuer Drohnen oder Robotiksysteme arbeitet das Unternehmen auch an leistungsfähigen Signals-Intelligence-Lösungen (SIGINT), die breitbandige Spektrumanalyse und Peilfunktionen in Echtzeit ermöglichen.

Übernahme durch Motorola Solutions

Ein bedeutender Schritt ist die Übernahme von Silvus durch Motorola Solutions.

Zur Einordnung: Der ursprüngliche Konzern Motorola, Inc. war einst einer der innovationsstärksten Elektronikkonzerne der Welt und brachte unter anderem frühe Mobiltelefone und bedeutende Halbleiterlösungen hervor. Später erfolgte die Aufspaltung in Motorola Mobility (heute bei Lenovo) und Motorola Solutions.

Motorola Solutions ist vor allem bekannt für:

  • MOTOTRBO-Systeme (DMR-basiert)
  • P25-Funktechnik im Behörden- und BOS-Bereich
  • Leitstellen-, Video- und Bodycam-Systeme

Die entscheidende Frage lautet nun:
Wird Motorola Solutions die Innovationskraft von Silvus nutzen, um die nächste Generation intelligenter Netzwerkradios zu entwickeln?
Oder wird sich die Entwicklungsdynamik verlangsamen?

Fest steht: Die Übernahme validiert das Marktpotenzial dieser Technologie.

Was bedeutet das für den Amateurfunk?

Auch wenn die im Video vorgestellten Systeme preislich weit ausserhalb des Amateurfunkmarktes liegen, zeigen sie klar die technologische Richtung:

  • Weg vom rein sprachzentrierten Funkgerät
  • Hin zu intelligenten, selbstorganisierenden Datennetzwerken
  • Integration von Video, Sensorik und Steuerdaten
  • Automatisierte Frequenz- und Netzwerkverwaltung

Mesh-Netzwerke, SDR-Technik und digitale Betriebsarten werden langfristig auch im Amateurfunk eine stärkere Rolle spielen. WLAN-basierte Ansäze und HAMNET zeigen bereits heute, wohin die Entwicklung gehen kann – wenn auch mit anderen Rahmenbedingungen als im professionellen Umfeld.

Fazit

Die Zukunft des Funk ist digital, vernetzt und zunehmend autonom. Der Bediener wird entlastet, während das System selbst Routing, Sicherheit und Signaloptimierung uebernimmt. Klassische analoge Handfunkgeräte werden nicht verschwinden – doch die Innovationsdynamik liegt klar im Bereich intelligenter Netzwerktechnologien.

Fuer Funkamateure lohnt es sich, diese Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen. Sie geben einen spannenden Ausblick darauf, wie Kommunikation in anspruchsvollen Umgebungen künftig funktionieren wird.

Quelle: YouTube @T.REXLabs