Historisch

Am 20. Juni werden im Liq.-Shop Seewen SE-430 Funkstationen verkauft…

Der EMD-Ausschreibung für eine neue Kurzwellen-Station gegen Ende der 70er-Jahre gingen heftige verwaltungsinterne Diskussionen voraus: Mit der SE-415 hatte man deutlich über das Ziel hinaus geschossen. Einerseits überstieg der Frequenzbereich von 2 – 52 MHz eindeutig die schweizerischen Bedürfnisse. Andererseits wurden in der Praxis von dem guten Dutzend an Betriebsarten der Station gerade mal zwei auch wirklich benützt. Es brauchte viel Zeit und Hartnäckigkeit, um die «Zentrale in Bern» von diesen Truppenerkenntnissen zu überzeugen … Den Zuschlag für die Entwicklung der neuen Station erhielt schliesslich die Zellweger AG, nicht zuletzt wegen des Rundspruchsenders S-510, den sie kurz zuvor hatte liefern dürfen. Und wer hätte damals gedacht, dass die SE-430 die letzte in der Schweiz entwickelte Armeefunkstation blieb! Sie war von 1988 – 2005 bei der Truppe im Einsatz.

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«Die hat ein Gerätemechaniker für Gerätemechaniker entwickelt – auf jeden Fall kein Funker!», war das etwas gar harte Urteil eines erfahrenen Bülacher Ausbilders nach Beendigung der Truppenversuche mit den Prototypen. Automatische Fehlersuche und Funktionskontrollen hatten nach seiner Meinung zu grossen Vorrang vor den Interessen der Bediener erhalten. Das war verständlich, denn seit kurzem standen nun ja Mikroprozessoren zur Verfügung, die es eben möglich machten, Routinetätigkeiten zu automatisieren. Eine Kurzwellenverbindung im Feld lässt sich aber nur sehr bedingt durch Automaten zuverlässig betreiben. Ein Vergleich drängt sich auf: Heutige Autos verfügen über raffinierte Diagnose-Elektronik, Abstandswarner und gar Einparkautomatismen. Für das eigentliche Fahren und Führen des Vehikels wird man aber noch auf Jahre hinaus menschliche Piloten brauchen. Insofern unterscheidet sich der Verkehr auf der Strasse eben nicht wesentlich von jenem auf Kurzwelle.

Weitere infos über diesen Uem-Armeematerial-Verkauf sind hier zu finden. Link zum Army Liq.-Shop in Seewen/SZ

Vielen Dank an Urs HB9MYH, für diesen „RUAG“ Hinweis!

HB9LU-Stammtreffen vom 17. Mai 2013, Thema „Geschichten aus der Seefunkerzeit“ mit Hans HB9XJ

Wir freuen uns auf Hans Bühler HB9XJ, ehemaliger Schiffsfunker mit dem Vortrag „Geschichten aus der Seefunkerzeit als HB9XJ/MM, sowie 9K2DB, VK9HB u. 9M8HB.

Funkstation HB9XJ Shack mit Hans Buehler Immenweg 15 8050 ZürichSowp HB9XJ

Der Vortrag erläutert auch die Funkstationen von G. Marconi bis zur ss FRANCE und dem heutigen maritimen Satellitenfunk.

Es erwarten uns 80 PowerPoint Folien mit spannenden 90 Minuten Vortrag, mit Pause …

HB9XJ QSL Ariana HB9DG

Funkraum MY Carinthia VI (1979)

Hans ist Mitglied des Radioklub Zürich, HB9Z, und bekannt für seine packende Vortragsart.

Lasst euch diesen interessanten Stammabend nicht entgehen, Freitag 17. Mai 2013, 20.00 Uhr im Gersag Emmen.

Maschinensender SAQ „Grimeton“ am 24.Dez 2012 wieder auf 17.2 kHz in CW QRV

Liebe Funkfreunde

Alle Jahre wieder (mit Fehlanzeige von 2011) wird der Längstwellensender (Motorgenerator) der Schwedischen Station SAQ am 24. Dezember um 07.30 UTC (08.30 HBT) aktiviert.

Die Sendungen in CW auf 17.2 kHz, können ohne zusätzliche Hardware über die Soundkarte eines PC empfangen werden. Verschiedene Software Empfänger sind auf dem Internet frei zugänglich und der Empfang ist mit einer Loop Antenne sehr gut möglich. Bauanleitung.

Bei der Januar 2012 Aussendung (als Ersatz für die ausgefallene Weihnachtssendung vom 24. 12 2011) haben wir eine 1m^2 loop mit 80 Windungen auf den linken Kanal der PC Soundkarte (mit Schutzdioden) geschaltet.

Die Schutzdioden (anti-parallel) sind sinnvoll um Spannungsspitzen von dem Soundkarten (Microfon) Eingang zu begrenzen – denn wir wollen ja micro-volt Signale empfangen.

Die einfachste Empfangssoftware ist unter SAQ Receiver auf dem Internet zu finden.

Damit kann man auch die verschiedenen Marine Stationen ansehen und deren (kodierte) signale empfangen. Etwas anspruchsvoller ist die DSP Software von DL4YHF (Wolfgang Buescher), die eine praktische Voreinstellung für SAQ Empfang bietet.

Viel Spass – vy 73 de HB9DUK, Volkmar.

IARU HST WM 2012 Beatenberg – Zwei Mal Bronze für die Schweiz

Das längste Dorf Europas
– vor der Kulisse von Eiger, Mönch und Jungrau –
beherbergte vom 15. – 21. Oktober  die schnellsten Telegrafisten der Welt.
Unter dem Patronat der Swiss DX Foundation fanden die 10. Weltmeisterschaften in der high speed-Telegrafie in der Schweiz statt.

Die Organisatoren der HST WM von rechts
HB9ELF Yvonne Thiemann
HB9JOE Andreas Thiemann
HB9DST Paul Schreier
HB9DDO Stefan Walder

Yvonne und Andreas Tiemann, HB9ELF und HB9JOE,  hatten in Beatenberg zu vernünftigen Preisen genügend grosse Lokalitäten gefunden, um den Anlass durchzuführen.

Siegerehrungen im Festsaal.

Es waren 19 Nationen vertreten, die sich in diesem Wettbewerb in verschiedenen Kategorien massen. Unser HB9LU Sektions-Mitglied Emil Bogdan Buzoianu, HB9EYN,  gewann zwei Bronzemedaillen. Herzliche Gratulation! Teamsieger  über alle Disziplinen wurden die Telegrafistinnen und Telegrafisten  aus Belarus, gefolgt von Russland und Rumänien.

Wozu  nahm  während dieser Zeit ein betriebsbereiter Panzer den Platz vor dem Gemeindehaus in Beatenberg ein?

Der private Schützenpanzer von Hr. Studer vor dem Gemeindehaus.
Extra für diesen Anlass mit kompletter Funkausrüstung bereitgestellt.

Am  Samstag, 20. Oktober, waren die SDXF-Mitglieder zum jährlichen Ausflug eingeladen.  Dieser nahm seinen Ausgangpunkt in Beatenberg/Niederhornbahn. Ein unauffälliger Waldweg führt von dort direkt vor den  Eingang der Artilleriefestung Waldbrand. Wenn man in die  Ferienregion Beatenberg fährt, würde man nicht meinen, dass dies einmal die nordwestliche Grenze des Reduits gewesen ist.  Die Festung Waldbrand ist eine in die Felsen gehauene militärische Anlage von gigantischem Ausmass.  Militärtruppen bauten die Festung Anfang der 1940er-Jahre.  Mit acht mobilen 10,5 cm Geschützen hatte das Werk ein grosses Feuerpotential.  Die Anlage  bot Schutz für bis  650 Mann. 90 Tage hätten die Armeeangehörigen völlig autonom dort leben können.  Die Artilleriefestung  wurde kontinuierlich ausgebaut und war bis spät in die 90er-Jahre wichtiger Bestandteil des Réduit-Systems der Schweizer Armee. Der letzte WK fand 1995 statt.  Mit der Umsetzung der Armee 95 wurde das gewaltige Festungswerk  desarmiert und am 31. 12. 1998 ausser Dienst gestellt.  Was nun? Rückbauen? Alles verschrotten?

Der Chef der Anlage „Waldbrand“ Hr. Philipp Studer. Im Hintergrund
die 10.5cm Kanone.

Philipp Studer, Fürsprecher, Initiant und Sammler von Armeematerial  gelang es nach vielen zeitraubenden Verhandlungen, dieses Artilleriewerk zu kaufen.  Zu welchem Preis verrät er nicht. Als der Bund, bezw. Samuel Schmied  250 SE-Funkgeräte samt Zubehör  ins Ausland verkaufen wollte, rettete , bezw. erwarb Philipp Studer sie ebenfalls umgehend.

Man  kann die Festung heute in einer Führung  besichtigen. Vieles ist in der Festung Waldbrand so enthalten, wie es die WK-Soldaten zu ihrer Zeit vorfanden.

Stefan, HB9DDO übergibt Hr. Studer eine SDXF – Tasse als Dank für
die interessante Führung.

Philipp Studer entpuppt sich quasi als wandelndes Armeelexikon.  Er verfügt über ein enormes Wissen über die Armee und die Festung. Sei en es die Panzer, Kanonen, Funkgeräte, Jeeps, Gewehre – er weiss alles über die technischen und historischen Fakten. Mit  Leib und Seele  und bisweilen mit einmalig trockenem, unterhaltendem  Humor  stellt Philipp Studer sein Festungsmuseum vor.

Auch Schlösser hatten früher ursprünglich einen militärischen Zweck. Heute sind sie ein kulturelles Gut. In 100 Jahren werden es die Festungen ebenfalls sein.

Text Christine, HB9BQW – Fotos Rene, HB9BQI

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