Rückblick November Stamm HB9BQI mit Vortrag „Software Defined Radio“

Rückblick HB9LU-Stamm vom 16. November 2012

SDR macht’s möglich

Der Theatersaal im Gersag füllte sich gegen 20 Uhr mit über 30  Mitglieder der USKA-Sektion Luzern.

Keine Theatervorführung  war angesagt, sondern ein Vortrag von René, HB9BQI, zum Thema „Software definded radio.“ Das Interesse an der relativ neuen digitalen Welt war also sehr gross.

Ein SDR ist ein Gerät, bei dem wesentliche Funktionen eines Empfängers und/oder Senders durch digitale Signalverarbeitung vorgenommen werden.  Bei einem Empfänger braucht es auf jeden Fall einen  Analog-digital-Converter (ADC)  und eine digitale Signalverarbeitungsbaugruppe. Die in Frage kommenden Funktionen sind insbesondere Selektion (Filterung) und Demodulation, darüber weitere wie Verstärkungsregelung ( AGC) oder Noise-Blanker.

René stellte zeichnerisch dar, dass es grundsätzlich drei verschiedene Arten von SDR-Empfängern gibt. Die höchste Digitalisierungsstufe weist der „Direct Sampling HF Receiver“ auf. Bei ihm werden keine analogen Stufen mehr eingesetzt. Das Antennensignal wird direkt digital umgesetzt.

René hatte je einen Vertreter aller drei Kategorien betriebsbereit zur Demonstration aufgebaut:  beginnend mit dem letztjährigen Bauprojekt „Softrock“, über den Amateurfunktranceiver FLEX 1500  bis zum Direct Sampling HF Receiver „Perseus“.

Eindrücklich war die Demonstration der Trennschärfe der digitalen Filter. So konnte René zeigen, wie ein CW-Filter von 250 HZ Bandbreite arbeitet. Bereits Signale von 50 Hz oberhalb und unterhalb der Bandbreite wurden so stark ausgefiltert, dass sie unhörbar waren.

Bandbelegung von 1-40 MHz an der Antenne heute Morgen. Man sieht deutlich, dass die Bänder bis 10 m offfen sind.

Auch die Demonstration des „Perseus“ mit seiner Software zeigte ungeahnte Möglichkeiten. René hatte am Freitagnachmittag ein Segment von 7000 – 7400 KHz  auf Festplatte aufgezeichnet. Wir konnten somit am Abend miterleben, was sich am Nachmittag in diesen 400 KHz abgespielt hatte. Alle Stationen waren wie life zu hören. Rundfunkstationen, SSB-Stationen und auch speziell CW-Stationen  präsentierten sich, als wäre die Antenne angeschlossen. Man könnte also einen vierstündigen Contest , z.B. den NMD, aufzeichnen.  Dazu wären  ca.  45 GB Festplattenspeicher erforderlich.  Sehr interessant ist natürlich die Möglichkeit, den ganzen Bereich von 10 KHz bis 40 MHz simultan auf dem Bildschirm darzustellen und so die Bandöffnungen festzustellen. Per Mausklick lässt sich eine auf dem Bildschirm ersichtliche Station einstellen.

Schon erstaunlich, was mit moderner Technik seit etwa fünf Jahren möglich und für Funkamateure erschwinglich ist.

Herzlichen Dank an René für den informativen und aufwendigen Vortrag.

Fred, HB9JCP, zeigte danach noch seinen fast fertig gestellten QRP-Bausatz „SOLF“. Es  ist eine sehr schöne analoge Alternative zu PC-basierten Tranceivern.

Anschliessend endete der Abend bei gemütlichem Zusammensein und Fachsimpeln im Restaurant und an der Bar. Wir sind sehr froh, im Gersag Gastrecht  geniessen zu dürfen für die Kurse und für die Stämme.

Von Christine HB9BQW

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