Month: August, 2012

„Faszination ums Radio“ ist Thema des HB9LU-Stammtreffens vom 21. 9. 2012

Die Präsentation von HB9RSD thematisiert die rasante Entwicklung vom optischen Balkentelegrafen bis zum Smartphone. Drahtlos kommunizieren ist heute eine Selbstverständlichkeit und aus unserem modernen Leben nicht mehr wegzudenken.

Doch dies war nicht immer so und derart lange ist’s gar nicht her. In der Frühgeschichte des Radios erzeugten elektrische Funken Radiowellen und damit begann die drahtlose Telegrafie. 1901 gelang Marconi die erste transatlantische Funkübertragung zwischen Cornwall und Neufundland. Damals – bei den „Ahnen“ des Radios – war‘s noch klar, wo der Strom durchgeht!

Zahlreiche Bilder, Skizzen und Schaltpläne illustrieren die Fortschritte in der Elektronik und leiten so von der drahtgebundenen zur drahtlosen Kommunikation über. In der Pionierzeit der Funktechnik kamen wesentliche Impulse von Amateuren.

Einige Impressionen aus der Radioastronomie und ein paar Überlegungen zur Suche nach Ausserirdischen via Radiowellen runden „Hofstetters-Erzählungen“ ab.

 

Wie war das doch wieder mit /mm /p usw?

In den letzten Wochen war wieder reger Betrieb auf den 2m und 70cm Relais in HB.

Bei einigen QSOs konnte man(n) feststellen, dass es Unsicherheiten bei den HB9xxx-Zusätzen wie /p, /m, /mm und /am gibt.

Der meistgehörte Unsinn war: Nautical Mobile und Maritime Mobile.
Klar kann jeder  etwas erfinden und seinem Rufzeichen anhängen, da wird keine Polizei auftauchen.

Schlussendlich sind aber viele OMs verunsichert, ob das nun neu ist, oder nur Showtime.

Was gilt hier auf dem Lake Lucerne, HB9xxx /p oder /mm oder /m?

und hier über Dübendorf, HB9xxx /ju oder /p oder /am

oder hier bei Antibes, F/HB9xxx /am oder /nm oder /eclipse?

Nun, offiziell und an den Bakom-Prüfungen gültige Rufzeichen-Zusätze sind:

  • /p für Portable.
    Die Amateurfunkstation wird vorübergehend Ortsfest, aber nicht Zuhause betrieben.
  • /m für Mobile.
    Die Amateurfunkstation wird an einem sich bewegenden Ort betrieben. Also betrifft das auch Schiffe auf dem Lac des Quatre Cantons!
  • /am für Aeronautical Mobile.
    Die Amateurfunkstation wird in einem Luftfahrzeug betrieben. Gilt auch für F/A-18, wenn Ueli Maurer einverstanden ist.
  • /mm für Maritime Mobile.
    Die Amateurfunkstation wird auf einem Hochsee-Schiff betrieben, dies gilt nicht für Binnengewässer!
    Also gibt es in der Schweiz kein /mm, und das Nautical Mobile gibt es weder noch.

Easysat-Extrem aus IL-17 – oder wie man mit 5 Watt 1500km auf 2m überbrückt.

Als zeitgleicher Funkamateur und Taucher hat man es nicht leicht: Die Gepäckslimiten erlauben entweder das Ausüben des einen oder des anderen Hobby’s während des Urlaubs. Beides zusammen geht nur unter der Akzeptanz, die horrenden Übergepäckstarife in Kauf zu nehmen.

Besucher meiner Easysat-Vorträgen (www.michi-dani.ch/images/Amateurfunk/Easysat_HB9WDF_Version_PDF.pdf) wissen, dass man über die tieffliegenden Satelliten mit sehr bescheidenem Equipment arbeiten kann. In Extremsituationen sogar nur mit dem Handfunkgerät mit einer etwas längerer Antenne als die übliche Aufsteckantenne. Diese Aussage wollte ich wieder einmal mehr in der Praxis nachprüfen.

Unser Besuch auf El Hierro (EA8) in diesem Jahr stand ganz im Zeichen des Tauchsports. Ein Unterwasservulkan hat die Unterwasserwelt nachhaltig verändert. Genau das wollten wir beobachten (Ausführlich beschrieben auf unserer Webseite http://www.michi-dani.ch/index.php/this-a-that/unsere-vulkaninsel-2012).

So war klar, dass nur gerade die Handfunkgeräte mit ins Handgepäck kommen durften, welches natürlich prompt den spanischen Sicherheitskontrolleuren am Flughafen bei der Rückreisen aufgefallen ist. Nicht das Funkgerät hat interessiert, sondern die Gummiantenne, welche auf dem Röntgenbild des Handgepäckscanners wie eine Stichwaffe aussah. Nach dem präsentieren meines in Einzelteile zerlegtes Equipments inkl. Lizenz wünschte  man mir respektvoll einen guten Flug.

El Hierro (IOTA AF-004) würde aus funktechnischer Sicht einige Highlights bieten: Die Insel selbst gehört zum „All Canarias“-Diplom (S-015) und wird sehr selten aktiviert. Dazu kommen mit IL07 und IL17 zwei Grossfelder, die funktechnisch ebenfalls selten besucht werden, nicht aktivierter SOTA-Gipfel (Pico Malpaso EA8/HI-001, Stand Juli 2012) und zahlreiche Leuchttürme, die teilweise auch noch nie aktiviert waren. Zu den Leuchttürmen gehört auch der Faro de Orchilla (CAI-066), welcher den Südwestlichen Punkt der Insel markiert. Zu Zeiten Kolumbus führte bei diesem Leuchtturm der 0-Meridian durch und galt schlicht als das „Ende der Welt“. (Wir erinnern uns: Die Erde ist eine Scheibe) Aus diesem Grund ist dieser Leuchtturm auch ein spezielles Ziel der Touristen und natürlich auch der Funkamateure.

Zu 90% stand während unseren Ferien jedoch die taucherischen Aktivitäten auf dem Programm. Wegen der Gefahr eines Dekounfalls nach dem Tauchen (im Volksmund auch Taucherkrankheit genannt), waren wir den grössten Teil unserer Ferien auf das Fischerdörfchen La Restinga fixiert, da die einzigste Strasse weg vom Dorf in grosse Höhen führte. Das erlaubte mir, ausser an den Tagen mit Tauchpausen, keine Funkaktivitäten auf der Insel.

Easysat-Extrem

Unter Easysat versteht man tieffliegende FM-Satelliten, welche mit bescheidenen Equipments (Handfunkgerät und Duobandyagi) „leicht“ zu arbeiten sind. In Ballungsgebieten, wie der europäische Raum, sind jedoch schlicht zu viele Funkamateure auf der Jagd nach einem erfolgreichen QSO via den 1-Kanal FM-Satelliten. Der Griff an den Powerregler ist da schon Standard und es wird leider zu oft mit QRO gearbeitet. Die Folge: Die AGC des Satelliten regelt den Empfänger zu. Schwache Stationen haben dann keine Chance mehr gehört zu werden. So ist die Methodik „Easysat“ in diesem Moment wohl eher eine „Heavysat“.

Ausnahme: Man nutzt die Randzeiten und Randgebiete dieser Ballungszentren.
El Hierro ist so ein Randgebiet. Und ich wusste von meiner letzten USA-Reise, dass QRP über Satellit wirklich funktioniert. Auch war ich schon 2001 ausgiebig, damals noch auf UO-14, auf Satelliten von El Hierro aus QRV. Ich besorgte mir also die Überflugsdaten des Satelliten AO-27 für IL17. Ein Überflug mit einer Elevation von 25 Grad war die einzige Möglichkeit, die ich von unserer Reiseroute unseres Ausflug her einplanen konnte.

Diese Gelegenheit nutzte ich beim Aussichtsplatz „Mirador de la Playa“. 2 Minuten vor dem Aufgang von AO-27 war ich QRV. Als der Satellit ca. 5 Grad über Horizont war, hörte ich noch kein Signal.  Auf meinem Smartphone hatte ich ein App für Bahnverfolgung aktiviert, welche mir live die Überflugsdaten berechnete. Ich wusste also, wo sich der Satellit sich befindet. Auch bei 10 Grad Elevation hörte ich noch kein Signal vom Satelliten. Ich hatte schon Zweifel, dass meine Daten nicht korrekt waren. Dann kurz bevor AO-27 den Zenit erreichte, hörte ich seine PSK-Bake. Der Sender des Satelliten wird wegen des hohen Alters von AO-27 zeitgesteuert eingeschalten, damit die Batterien sos gut wie möglich geschont werden können. So ist es möglich, den Satelliten noch einige Jahre zu Betreiben. Beim Ein- und Ausschaltvorgang wird die besagte PSK-Bake auf der Downlinkfrequenz ausgestrahlt.

Kurz nach dem die PSK-Bake verstummte hörte ich EA8IO CQ rufen. Ich gab ihm unter EB8/HB9WDF umgehend Antwort, aber er reagierte nicht auf meinen Ruf. Nach dem zweiten CQ-Ruf, ich hab  inzwischen eine bessere Antennenposition gewählt, kam IA8IO, Pompeyo aus Teneriffa zurück. Mein Signal war offenbar mit QSB behaftet, da er einmal zurückfragen musste. Doch es funktionierte. Die kanarischen Inseln waren zuerst im Foodprint von AO-27, der von Südafrika Richtung Norden flog, daher war es auch kein Wunder, dass eine kanarische Station als erstes zu hören war. Leider war keine Station von den Kapverden oder gar Kontinental-Afrika QRV. Das wäre dann wirklich speziell gewesen.

Ganze drei Stationen wurden gearbeitet.
Da es ein Wochentag war, und der Überflug in den Morgenstunden stattfand, waren verhältnismässig wenige Stationen QRV. Trotzdem musste ich feststellen, dass viele Stationen die Aktivitäten auf einem Satelliten nicht beobachten, bevor sie selber rufen: IZ8IBC hörte mein QSO mit EA8OI und versuchte danach mich zu kontaktieren. Eine französische Station rief dann aber dazwischen und versuchte die IZ8IBC zu erreichen. Dann geschah das, was immer passiert, wenn eine Station die Disziplin nicht einhält: Die nächste Station rief CQ… IZ8IBC, Alfonso aus der Region Napoli, liess zum Glück nicht locker und das QSO kam doch noch zu stande. Die dritte Station kam aus Irland. Leider hatte ich nichts zu schreiben dabei und konnte mir das Rufzeichen nicht merken. Da habe ich gegen meine eigenen Easysat-Vorgaben verstossen und die QSO’s weder per MP3-Recorder noch mit Papierlog festgehalten.

Wie auch immer, ich war glücklich mit den drei wenigen QSO’s, da es mir wieder einmal bestätigte: Mit dem richtigen KnowHow und Operating, kann man auch über Satellit mit minimalsten Equipment QRV sein. Und das Gefühl, mit 5 Watt und einer 40cm langen Gummiantenne auf 2m eine Distanz von über 1500km zu überbrücken, ist schon gewaltig.

  • AO-27 eignet sich ausgezeichnet, um erste Erfahrungen im Satellitenbereich zu sammeln.
  • Zur Zeit (Stand August 2012) eignet sich nur AO-27 für diese extreme Art des Satellitenbetrieb.
  • Je nach Bahnlage auch SO-50. (Neuere Satelliten sind im Bau oder werden in den nächsten Monaten gestartet)
  • Der Satellit sollte dabei mindestens eine maximale Elevation von 20 Grad bei seinem Überflug haben.
  • In Zentraleuropa kann man in den frühen Morgenstunden mit dieser Methode Erfolg haben, wenn nur wenige Stationen QRV sind.
  • Die Antenne sollte in einem rechten Winkel zum Satelliten gehalten werden. Dabei ist es nicht von Bedeutung, ob die Antenne nach oben oder unten zeigt. Ein bisschen Erfahrung im Peilen hilft dabei, wenn man die Satellitenbahn nicht genau kennen sollte.
  • Die genaue Kanalpaarung ist in der Übersichtsliste Kanalbelegung Easysat ersichtlich. http://www.michi-dani.ch/images/stories/Amateurfunk/easysat_Kanalbelegung.pdf
  • Für diese extreme Art von „Easysat“ empfiehlt es sich, den Satelliten im Zenit (TCA) zu erreichen, wenn die zu überbrückende Distanz am kürzesten ist. Zu diesem Zeitpunkt ist der Dopplereffekt = 0 was keine weitere Manipulationen am Funkgerät bedingt (siehe Tabelle)
  • Erfolgsversprechender als die kleine Stabantenne ist die „Easysat-Antenne“ welche im Rahmen unseres Bauprojekts von HB9LU entstanden ist und von HB9BXE entwickelt wurde.
  • Wer zu Hause eine Vertikalantenne auf dem Dach stehen hat, kann bei gewissen Überflügen durchaus Erfolgreich über AO-27 arbeiten

Noch ein „Kuriosum“ zum Thema: Warum EB8 und nicht EA8:
Auf meiner Lizenz vom Bakom steht klar und deutlich CEPT 2. Zur Erinnerung: Da Bakom führt nach wie vor folgende Lizenzarten:

  • CEPT 1 (mit Morseprüfung)
  • CEPT 2 (Gleichgestellt mit CEPT 1, jedoch ohne Morseprüfung),
  • CEPT 3 (Einsteigerlizenz)

und, wer genau hinschaut

  • CEPT (Gleichgestellt mit CEPT 1, betrifft alle, welche die HB9-Prüfung nach Fall der Morseprüfung abgelegt haben)

Die Vorschriften verlangen es, dass ich in Spanien mit einer CEPT-2 Lizenz unter EB8 QRV bin. Das stört micht prinzipiell nicht. Die Ungerechtigkeit wird deutlich, wenn man seine Ferien in den USA verbringen möchte: Kurzwelle ist mit einer „CEPT-2“-Lizenz Tabu! Mit einer „CEPT“-Lizenz wird man mit einer der höchsten Lizenzklassen gleichgestellt. Meine YL mit dem Rufzeichen, HB9WDE, hat diese Lizenz. Sie liess ihre CEPT 2 Lizenz einige Jahre still legen und beantragte danach ihr Rufzeichen neu – und erhielt die CEPT-Lizenz. Soviel zum Thema Gleichstellung – HiHi.

Antenne für die Tauchbasis
Als Mitbringsel habe ich unserer Tauchbasis eine Antenne für den Seefunkbereich gebaut. Das Problem war, dass die Antenne ins Reisegepäck passen musste und ich keine Zeit für komplizierte, mechanische Aufbauten hatte. Trotzdem musste die Antenne Windstärken im Orkanbereich aushalten. Über diese Antenne und das Projekt werde ich zu einem späteren Zeitpunkt berichten, da ich sowieso noch eine Verbesserung dieser Antenne plane. Dann macht es Sinn die gesammelten Werken zu veröffentlichen. Die Antenne funktioniert bestens und deckt einen wesentlichen Teil des geplanten Zielgebietes ab.

El Hierro ist eine Reise wert:

Wer die kanarischen aus der Sicht von Lanzarote, Gande Canaria oder Teneriffa kennt, kann sich evt. nicht vorstellen, warum wir fast jährlich die Insel El Hierro besuchen. Wer aber die kanarischen Inseln mal in ihrer ursprünglichen Form kennen lernen möchte, sollte sich die Reise nach El Hierro unbedingt mal antun. Auf der kleinen Insel gibt es mehrere Klimazonen von Sub-Tropisch bis trockene Wüste. Durch das Fehlen von Sandstränden, fehlt der Bade-Tourismus. Obwohl es in den Lava-Becken ausgezeichnetent Badespass gibt. Haupt-Attraktion ist die Natur: Sowohl über und Unterwass werden viele Highlights geboten. Ein grosser Teil der Insel ist auch unter dem Schutz des Unesco Welterbe. Wandern, Biken, Gleitschirmfliegen und Tauchen sind die Hauptsportarten, welche Touristen nach El Hierro locken. Aber auch die lokalen Fiestas haben ihren unglaublichen Scharm. Und wenn man dann mal den Luchadores beim kanarischen Ringkampf zusieht, lernt Land und Leute noch viel besser kennen.

Weitere Informationen:
SOTA Watch Pico Malpaso: http://www.sotawatch.org/summits.php?summit=EA8/HI-001
Faro Orchilla, Lighthouse: http://wlol.arlhs.com/lighthouse/CAI66.html
El Hierro auf Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/El_Hierro

HB9WDF, Michael

Erfreuliche Zunahme der HB9LU-Mitgliederzahl

Ganz besonders durch die bei der Luzerner Sektion HB9LU schon seit 2008 erfolgreich durchgeführten Amateurfunk-Kurse, hat die Mitgliederzahl auch in letzter Zeit weiter zugenommen.

Auch vom 2011/12 durchgeführten und inzwischen abgeschlossenen Amateurfunk-Kurs sind eine handvoll Kursteilnehmer bereits Mitglieder bei HB9LU geworden.

Der nächste Luzerner Amateurfunk-Kurs startet am 3. Oktober um 19 Uhr im Restaurant Gersag in Emmen (neuer Ort!) und wird an 36 Kursabenden vom Anfänger zur HB9-Prüfung führen (HB3 auf Wunsch).

Neu steht der Kurs unter der fachlichen Leitung von HB9BXE Hans-Peter Blättler.

Amateurfunkkurs HB9LU mit HB9BXE

Die Kursgebühr beträgt CHF 180 für HB9LU-Mitglieder (sonst CHF 480) inkl. Kursmaterial (Literatur, Taschenrechner etc.).

Weitere Informationen zum HB9LU-Amateurfunkkurs hier.

Bitte beachten Sie unsere Benutzungsbedingungen sowie unsere Datenschutzrichtlinien. © 2012 HB9LU, USKA Sektion-Luzern. Alle Rechte vorbehalten.